Um zu belegen, dass Herr Wartensleben auch noch zu diesem Zeitpunkt Parteivertreter der Firma Grünenthal in der Auseinandersetzung mit dem WDR um den Contergan Spielfilm war, haben wir vom BCG durch eigene Einblendungen Herrn Wartensleben kenntlich gemacht.

Ferner haben wir durch entsprechende Einblendungen den Arzt, Herr Dr. Jan Schulte-Hillen, kenntlich gemacht. Herr Dr. Jan Schulte-Hillen ist contergangeschädigt und als Gutachter in der Medizinischen Kommission der Conterganstiftung für den Fachbereich Innere Medizin tätig. Als Gutachter der medizinischen Kommission der Stiftung hat er Einblick in die medizinischen Unterlagen der Conterganopfer.

Wie man in diesem Bericht des Medienmagazins Zapp vom 21. März 2007 unschwer erkennen kann, führte der Vater von Dr. Jan Schulte-Hillen, Herr Rechtsanwalt Karl-Hermann Schulte-Hillen, unter großer Verwunderung der gesamten Medienwelt zusammen mit der Firma Grünenthal einen Prozess gegen den Produzenten des Contergan-Spielfilms "Eine einzige Tablette", um dessen Ausstrahlung zu verhindern. Dies ist insbesondere deswegen hervorzuheben, weil gerade die dann doch erfolgte Ausstrahlung des Contergan-Spielfilms aufgrund der öffentlichen Empörung die Firma Grünenthal dazu veranlasste, nach fast 40 Jahren Weigerung weitere 50 Millionen für den dann entstandenen Sonderzahlungsfond der Conterganstiftung abzuführen. Zudem hat der Spielfilm vielen Betroffenen Mut gemacht, sich gegen ihre Entrechtung durch die Firma Grünenthal aufzulehnen und zusätzliche Verbesserungen des Conterganstiftungsgesetzes politisch einzufordern.

Ferner zeigt der Bericht des Medienmagazins Zapp vom 21. März 2007, dass Herr Dr. Jan Schulte-Hillen bei zumindestens einem Prozesstermin der gerichtlichen Auseinandersetzung um die Ausstrahlung des Contergan-Spielfilms sich demonstrativ auf die Seite der Prozessführung der Firma Grünenthal gesetzt hat, während fast alle anderen Conterganopfer auf der Seite des Filmproduzenten und des WDR saßen. Auch gab es zur Zeit der Auseinandersetzung um den Contergan-Spielfilm in den unterschiedlichen Internetforen der Conterganopfer eine intensive Diskussion über die damit verbundenen Ereignisse. In einem dieser Foren war Herr Dr. Jan Schulte-Hillen als Moderator tätig. Als nun ein Vertreter des Filmproduzenten dessen Standpunkt zu der juristischen Auseinandersetzung in einem Forumsbeitrag veröffentlichte, wurde dieser Beitrag zur Empörung vieler Betroffener von Herrn Dr. Jan Schulte-Hillen in seiner Eigenschaft als Moderator gelöscht. Darüber hinaus dürfte bei einem solchen medizinischen Gutachter wie Dr. Jan Schulte-Hillen für die Conterganstiftung stets die Gefahr bestehen, dass die auf seine Gutachten beruhenden Bescheide wegen des Verdachts einer bestehenden Voreingenommenheit oder gar Interessenkollision von den Leistungsberechtigten angefochten werden.

Sicherlich ist es niemanden vorzuwerfen, wenn ein Familienmitglied sich in einem Rechtsstreit, von dem die Familie betroffen ist, offen zu einem Familienangehörigen bekennt. Wenn jedoch das Interesse der Familie an dem Ausgang des Rechtsstreits sich derart mit dem Interesse des Schädigers einer Geschädigtengruppe deckt und das damit zwischen Familie und Schädiger gebildete, gemeinsame Interesse (Verhinderung der Ausstrahlung) diametral dem Interesse der Geschädigtengruppe des Schädigers (Aufklärung der Öffentlichkeit über die Machenschaften des Schädigers durch eine Ausstrahlung) zuwiderläuft, dann sollte das Familienmitglied auch selbst darauf kommen, dass es nicht zugleich Gutachter der durch den Schädiger bei der Geschädigtengruppe verursachten Schäden sein darf. Zumindestens sollte sich jedoch ein solcher Gutachter die notwendige Disziplin, Objektivität und Unvoreingenommenheit bewahren, nicht schon als Moderator in einem kleinen Internetforum der Geschädigten missliebige Meinungen zu den seine Familie und den Schädiger betreffenden Rechtsstreit zu unterdrücken.

Zudem ist kritischen Conterganaktivisten seit ewigen Zeiten bekannt:

Zwischen der Familie von Herrn Dr. Jan Schulte-Hillen und der Grünenthaleignerfamilie Wirtz bestehen über unterschiedliche Personen seit langer Zeit direkte und indirekte Verbindungen:

Seine Tante, Irene Schulte-Hillen, war oder ist noch zusammen mit dem Grünenthaleigner, Michael Wirtz, im Direktorium der Gesellschaft zur Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen e.V..

Sein Vater, der Rechtsanwalt Karl-Hermann Schulte-Hillen, hegt seit dem Inkrafttreten des Stiftungsgesetzes (1972) mit dem während des Conterganstrafprozesses amtierenden Leiter der Rechtsabteilung Grünenthals, Herrn Rechtsanwalt Herbert Wartensleben, eine intensive Freundschaft. Herr Rechtsanwalt Wartensleben war auch nach dem Strafprozess als Vertreter der Firma Grünenthal im Treuhändergremium des Vergleiches vom 10.4.1970 tätig. Die Familie Wartensleben wohnte lange Zeit mit Mitgliedern der Familie Wirtz in unmittelbarer Nachbarschaft und ist auch sonst freundschaftlich mit ihr verbunden. Die Kinder der Familien Wirtz und Wartensleben gingen gemeinsam zur Schule. Die Kinder der Familien Wartensleben und Karl-Hermann Schulte-Hillen spielten gemeinsam im Garten (Spiegel-Artikel Nr. 47 / 2006). Die Rechtsanwälte Karl-Hermann Schulte-Hillen und Herbert Wartensleben hatten über Jahrzehnte hinweg je einen Vorsitzposten in den Kommissionen der Conterganstiftung und hatten dabei beide Einblick in die medizinischen Unterlagen der Contergangeschädigten. Im Zusammenhang mit dem Ausscheiden des Rechtsanwalts Wartensleben aus der Stiftung wurde bekannt, dass Herr Wartensleben über die Firma Grünenthal den Mitgliedern der Stiftungskommissionen über Jahre hinweg Auslagen, Hotelübernachtungen und Verköstigungen erstatten ließ. Welche Auswirkungen dies allein auf die Gutachtertätigkeit der seinerzeitigen Kommissionsmitglieder hatte, kann hier nur gemutmaßt werden.

Aus diesem Grunde habe ich mich während meiner Arbeit im Stiftungsrat dafür eingesetzt, dass Herr Dr. Jan Schulte-Hillen als Gutachter der medizinischen Kommission der Conterganstiftung abberufen wird.

Da dies von der Mehrheit der Regierungsvertreter im Stiftungsrat der Conterganstiftung bislang immer wieder verhindert wurde, werde ich mich für dieses Ziel auch in Zukunft engagieren.

Bei einer Besprechung zwischen dem Mitglied des Stiftungsvorstandes, Herrn Schucht, dem ordentlichen Mitglied des Stiftungsrates, Herrn Andreas Meyer, und dem stellvertretenden Mitglied des Stiftungsrates, Herrn Udo Herterich, am 21.1.2010 teilte Herr Schucht mit, dass eine sofortige Abberufung von Herrn Dr. Schulte-Hillen aufgrund des hohen Aufkommens von Neuanträgen und Revisionsanträgen zu einer erheblichen Verzögerung der Antragsbearbeitung führen würde. Das Arbeitsaufkommen würde sich jedoch nach seiner Einschätzung Mitte des Jahres 2010 wieder normalisieren. Zugleich wurde Herrn Schucht die Bewerbung einer contergangeschädigten Ärztin mitgeteilt, die sich allerdings nicht sicher war, ob sie das derzeit übermäßige Arbeitsaufkommen aufgrund der Kapazitäten ihrer Praxis allein bewältigen könne. Zumal sie sich auch noch einarbeiten müsse. Dennoch bestehe bei ihr nach wie vor das Interesse, als Gutachterin in der medizinischen Kommission der Stiftung mitzuarbeiten.

Mittlerweile sind wir im Jahr 2014. Und noch immer warten contergangeschädigten Betroffenen auf die Bearbeitung ihre Anträge. Eine Beibehaltung des Mitglieds der medizinischen Kommission, Herrn Dr. Jan Schulte-Hillen, hat demnach die Arbeit der Conterganstiftung nicht schneller gemacht. Vielmehr hat die Conterganstiftung schon jetzt mit ersten Untätigkeitsklagen der Geschädigten zu tun, weil sie zeitweilig mehrere Jahre auf die Bearbeitung ihrer Anträge warten müssen.

Grundsätzlich sollten meiner Meinung nach alle Ämter und Positionen innerhalb der Stiftung möglichst von contergangeschädigten Betroffenen besetzt werden. Diese Zielvorgabe hat aber auch für einen contergangeschädigten Betroffenen dort eine Grenze, wo es überdeutliche Hinweise dafür gibt, dass er oder ihm nahestehende Personen in einer direkten und indirekten persönlichen Verbindungen mit den Eignern der Firma Grünenthal, der Familie Wirtz, stehen. Dies gilt insbesondere für die Mitglieder der Medizinischen Kommission, weil diese im Rahmen der von ihnen vorzunehmenden Schadensbegutachtung einen besonders tiefen Einblick in die persönlichen und intimen, medizinischen Unterlagen der Betroffenen haben.

Um es noch einmal deutlich hervorzuheben:

Es geht mir nicht darum, die berufliche Reputation eines solchen Amtsinhabers in Frage zu stellen. Auch soll hier niemand aufgrund der Verwicklungen und Verbindungen seiner Familie mit dem Grünenthaleignern in Sippenhaft genommen werden.

Vielmehr ist es für jeden Leistungsberechtigten absolut unzumutbar, die Vorstellung in sich tragen zu müssen, bei der Begutachtung seiner Gesundheitsschäden durch den Einblick in seine vorliegenden, medizinischen Unterlagen vor einem Gutachter quasi "nackt" dazustehen, der oder dessen Angehörige familiäre und freundschaftliche Kontakte mit Personen aus dem Umfeld des Schadensverursachers unterhält.

Um es drastischer zu verdeutlichen:

Keinem Vergewaltigungsopfer wird es zugemutet, sich bei der Begutachtung der bei dem Verbrechen entstandenen Körperverletzungen von einem Arzt untersuchen zu lassen, der oder dessen Angehörige familiäre und freundschaftliche Kontakte mit dem Täter oder dessen Prozessanwälten pflegt.

Ferner habe ich am 1.2.2013 aufdecken müssen, dass die Firma Grünenthal GmbH 30 Jahre lang die Gutachter der medizinischen Kommission der Conterganstiftung finanzierte.

Entsprechend deckte ich am 1.2.2013 ebenfalls auf, dass der Vorstand der Conterganstiftung zu mindestens bis zu diesem Datum gegen alle Widerstände meinerseits an einem Vertrag festgehalten hat, durch den die Firma Grünenthal GmbH die Kosten der medizinischen Kommission übernimmt.

Einen Videoausschnitt meines Statements vom 1.2.2013 zu der öffentlichen Anhörung zu den Ergebnissen der Längsschnittstudie über die Lebenssituation Contergangeschädigter des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg findet Ihr hier:






Gehen Sie bitte auf die nächste Seite >>


Nutzen Sie unseren Newsletter

Wenn Sie etwas über aktuelle Ereignisse erfahren wollen, können Sie sich hier für unseren kostenlosen Newsletter anmelden.

Schnellkontakt

BCG
Bund Contergangeschädigter
und Grünenthalopfer e.V.
c/o Herr Andreas Meyer
Dohmengasse 7
50829 Köln

Mo - Do von 12 - 17 Uhr

Telefon:
+49 (0)172 / 2905974

Telefax:
+49 (0)221 / 9505102

Kontakt

Seite  << 2 von 4 >>