Pressemitteilungen des BCG v. 2007 bis 2010

Hier finden Sie die Pressemitteilungen des BCG - Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. vom 25.09.2007 bis zum 17.12.2010.

Pressematerial aus Jahren 1987 bis 2007 finden sie unter den Pressemitteilungen unseres Kooperationspartners und Vorgängers, der Föderation Conterganbehinderter und deren Freunde e.V..

Bis heute 40 Jahre lang stets Einstellung von Strafverfahren in Sachen Contergan


Pressemitteilung vom 17.12.2010

40 Jahre nach Einstellung des Conterganstrafverfahrens am 18. Dezember 1970 vor dem Landgericht Aachen zieht der Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. (BCG) eine bittere Bilanz. "Die Strafverfolgungsbehörden scheinen bis heute dem Wirtz-Clan und den Geschäftsführern ihrer Unternehmen nicht am Zeuge flicken zu wollen, wenn Conterganopfer deren offensichtlichen Straftaten zur Anzeige bringen." so Andreas Meyer, Vorsitzender des BCG.

Meyer ließ mit Schriftsatz vom 11. August 2009 über den Rechtsanwalt, Professor Dr. Jan Hegemann, der renommierten Anwaltskanzlei Raue LLP (früher Hogan & Hartson Raue LLP) gegen die Geschäftsführer der Dalli-Werke GmbH und Co. KG, Dr. Hermann Wirtz und Ulrich Grieshaber, sowie dem Geschäftsführer der Mäurer & Wirtz GmbH und Co. KG und der 4711 Glockengasse Köln GmbH, Johannes Verhoog, Strafanzeige wegen der Abgabe von falschen eidesstattlichen Versicherungen, Prozessbetrug sowie Anstiftung hierzu erstatten. Professor Hegemann vertrat auch erfolgreich den WDR und den Produzenten des Conterganspielfilms gegen die Conterganherstellerfirma Grünenthal, die den Spielfilm zu verhindern versuchte. Hintergrund der Strafanzeige war das einstweilige Verfügungsverfahren vor dem Landgericht Köln, mit dem die Dalli-Werke, Mäurer & Wirtz sowie die 4711 Glockengasse Köln GmbH im Februar 2009 einen Boykottaufruf von Meyer und dem BCG unterbinden wollten. Über den positiven Ausgang des Verfahrens für Meyer und den BCG hatten nahezu sämtliche Medien seinerzeit berichtet. Meyer wurde damals ebenfalls von Professor Hegemann vertreten.

"Um die einstweiligen Verfügungen gegen den BCG und mich zu erwirken, wollten die Geschäftsführer Grieshaber und Verhoog dem Landgericht Köln durch falsche eidesstattliche Versicherungen weismachen, sie hätten erst im Frühjahr 2009 von unserem Boykottaufruf erfahren. Dabei haben sie verschwiegen, dass wir unserem Boykottaufruf bereits 2007 gemacht haben." sagt Meyer. Tatsächlich hatten sämtliche Medien im Jahre 2007 über den Boykottaufruf des BCG und von Meyer im Rahmen der Mahnwache des BCG vor den Toren der Conterganherstellerfirma Grünenthal zum 50. Jahrestag der Markteinführung von Contergan berichtet. Die falsche eidesstattliche Versicherung von Grieshaber führte zum Erlass der einstweiligen Verfügungen gegen den BCG und Meyer, weswegen nach Auffassung von Meyer ein vollendeter Prozessbetrug vorlag. Im Widerspruchsverfahrens der einstweiligen Verfügungssache vor dem Landgericht Köln gab dann Grieshaber aber in einer weiteren eidesstattlichen Versicherung zu, dass er von der Mahnwache des BCG Kenntnis hatte und an diesem Tag anwesend war.

In seinem Urteil vom 24.6.2009 zur Aufhebung der einstweiligen Verfügungen gegen den BCG und Meyer führte das Landgericht Köln hierzu aus: "Die Kammer geht davon aus, dass die Verfügungsklägerinnen die Annahme einer Dringlichkeit durch ihr eigenes Vorprozessuales Verhalten ausgeschlossen haben. Ein Verfügungsgrund fehlt aufgrund von Selbstwiderlegung grundsätzlich dann, wenn dem Verfügungskläger bekannt war, dass gleiche oder ganz ähnliche Aussagen bereits längere Zeit zuvor aufgestellt wurden ..." An einer anderen Stelle im Urteil heißt es: "Soweit die Kammer nach dem Inhalt der eidesstattlichen Versicherungen vom 18.02.2009 durch die Geschäftsführer Grieshaber und Verhoog bei Erlass der einstweiligen Verfügung davon ausgegangen ist, dass die Verfügungsklägerinnen erstmals am 23. Januar 2009 Kenntnis von den Boykottaufrufen erhalten haben, ist diese Glaubhaftmachung auch erschüttert."

Die Strafanzeige gegen Dr. Hermann Wirtz erläutert Meyer: "Wegen der beherrschenden Stellung von Dr. Hermann Wirtz als geschäftsführender Gesellschafter der Dalli Werke, denen wiederum die Firma Mäurer & Wirtz sowie 4711 gehören, ist es völlig unwahrscheinlich, dass die falschen eidesstattlichen Versicherungen seiner Geschäftsführer nicht mit ihm abgesprochen gewesen waren. Auch ist es völlig unwahrscheinlich, dass Herr Dr. Hermann Wirtz als Gesellschafter der Firma Grünenthal angesichts der umfangreichen Medienberichterstattung nichts von unserer Mahnwache und den damit verbundenen Boykottaufruf gewusst hat. Daher haben wir gegen Dr. Hermann Wirtz Strafanzeige wegen Anstiftung zur Abgabe von falschen eidesstattlichen Versicherungen erstattet."

Wie bereits im Conterganstrafprozeß vor 40 Jahren stellte jedoch die Staatsanwaltschaft Aachen das Strafverfahren am 20.4.2010 nicht etwa wegen erwiesener Unschuld sondern wegen angeblich geringfügiger Schuld der Beschuldigten und fehlendem öffentlichen Interesse ein. Zu den Einstellungsgründen führt Frau Staatsanwältin Weber u.a. aus: "Zwar sind die Mahnwache im Jahr 2007 und die anschließende Medienresonanz, die die Produkte "Tabak", "Nonchalance", "Tosca" und "4711" sowie Waschmittel der Firma Dalli-Werke im Rahmen der Antragstellung nicht vorgetragen worden. Dies bedeutet jedoch nicht im Umkehrschluss, dass eine entsprechende Offenbarungspflicht im Rahmen der Versicherungen an Eides statt bestand." Zudem seien die 3 Beschuldigten strafrechtlich bislang nicht in Erscheinung getreten.

Am 17. Mai 2010 legte Herr Professor Hegemann für Herrn Meyer gegen die Einstellung des Strafverfahrens bei der Generalstaatsanwaltschaft Köln Beschwerde ein. Am 24.8.2010 wurde die Beschwerde jedoch von der Generalstaatsanwaltschaft Köln als unbegründet zurückgewiesen. In der Begründung der Zurückweisung folgt die Generalstaatsanwaltschaft Köln im Ergebnis der Staatsanwaltschaft Aachen und führt hierzu unter anderem aus: "Das Bewusstsein, dass die unterbliebene Offenbarung der Vorgänge aus dem Jahr 2007 die Bedeutung ihrer eidesstattlichen Erklärungen für das Urteil grundlegend beeinträchtigen würde, wird den Beschuldigten nicht unterstellt werden können. Erfolgversprechende Ansätze sind insoweit auch nicht ersichtlich. Auch als fahrlässige Tat kommt eine Strafbarkeit hier nur in Betracht, wenn die Täter den Erfolg nach ihren subjektiven Fähigkeiten bei Anwendung der erforderlichen Sorgfalt hätten erkennen können. Dies ist hier allenfalls nur in geringem Umfang der Fall." Des weiteren heißt es: "Es ist deshalb auch fraglich, ob die Beschuldigten selbst in der Lage waren, diese rechtlich eher schwierige Frage zutreffend zu beurteilen, und sich daher nur im Vertrauen auf die damaligen Prozessbevollmächtigten der Kläger, die erfahrungsgemäß solche Erklärungen vorbereiten, geäußert haben." Hegemann zum Ausgang des neuerlichen Strafverfahrens: "Das sind schon Drehungen und Windungen, mit denen die objektiv falschen eidesstattlichen Versicherungen der anwaltlich vorzüglich beratenen Geschäftsführer hier in den Bereich allenfalls leichtester Fahrlässigkeit mit entsprechend geringster Schuld gerückt werden."

Nach Auffassung des BCG ist mit dem Ausgang dieses Strafverfahrens wie auch mit dem Conterganstrafverfahren vor 40 Jahren erwiesen worden, dass nach wie vor mit fadenscheinigen Gründen verhindert werden soll, dass offensichtliche Delikte aus dem Kreise der Grünenthaleigentümer-Familie Wirtz und von Personen aus der Firmenleitung ihres Konsortiums strafrechtliche und zivilrechtliche Konsequenzen haben werden.

Schon vor 40 Jahren sei der Einstellungsbeschluss des Landgerichts Aachen vom 18. Dezember 1970 der erste Schritt auf dem Weg einer systematischen Entrechtung der Conterganopfer gewesen. So wäre schon während des Strafprozesses sehr früh eine Parteilichkeit des Gerichts und eine massive Einflussnahme auf die Staatsanwaltschaft zu Gunsten der Grünenthalverantwortlichen erkennbar gewesen.

Am 242. Verhandlungstag des Conterganstrafprozesses mußten die rechtlichen Vertreter der Conterganopfer gegen einen der beisitzenden Richter einen Befangenheitsantrag stellen, weil dieser bei einem heimlichen Gespräch mit einem Verteidiger der Grünenthalverantwortlichen gesehen wurde. Als sich auch die Staatsanwaltschaft außerstande sah, dem Ablehnungsantrag entgegenzutreten, erklärte sich der betreffende Richter selbst für befangen und schied so aus dem Verfahren aus. Während des Conterganstrafprozesses wurde Dr. jur. Dr. rer. pol. Joseph Neuberger (SPD) zum Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen ernannt. Neubergers Anwaltssozietät verteidigte einen der Grünenthalverantwortlichen. "Nunmehr stand durch Neuberger auf der Seite der Verteidigung der oberste Dienstherr der Staatsanwaltschaft." sagt Meyer. Prozessteilnehmern zufolge sei seit diesem Zeitpunkt die engagierte Arbeit des damaligen Oberstaatsanwalts Dr. Josef Havertz erheblich erschwert worden.

Nahezu unbestritten ist heute jedenfalls, dass die Einstellung des damaligen Conterganstrafverfahrens wegen angeblich geringfügiger Schuld der Angeklagten und fehlendem öffentlichen Interesse mit einem noch während des Strafprozesses ausgehandelten Vertrag verknüpft war, in dem sich Grünenthal verpflichtete, 100 Millionen DM plus Zinsen an die Conterganopfer zu zahlen. Im Gegenzug mussten die Eltern der Conterganopfer auf Schadensersatzansprüche in Milliardenhöhe verzichten. "Die Grünenthalverantwortlichen nutzten die finanzielle Notlage unserer Eltern schamlos aus, um sich mit den 100 Millionen DM aus der strafrechtlichen und zugleich zivilrechtlichen Verantwortung zu kaufen. Richter und Staatsanwälte wussten genau, dass die Strafprozessordnung damals die Einstellung eines Strafverfahrens gegen Zahlung eines Geldbetrages nicht vorsah. Eine solche Bestimmung wurde aus gutem Grunde später in die Strafprozessordnung eingefügt. Vor diesem Hintergrund sind auch die gekünstelten juristischen Konstruktionen der Begründung des damaligen Einstellungsbeschlusses zu sehen." führt Meyer aus.

Doch auch dies sei der Grünenthaleigentümer-Familie Wirtz noch nicht genug gewesen: "Einige Jahre später klagten die früheren geschäftsführenden Gesellschafter der Firma Grünenthal, Michael Wirtz und Dr. Franz Wirtz, die 100 Millionen DM plus Zinsen von unseren Eltern wieder heraus, um mit unserem Geld zusammen mit der Bundesregierung ein Stiftungsgesetz ins Leben zu rufen. Das Gesetz enthält eine Bestimmung, nach dem die Conterganopfer niemals mehr Schadensersatzansprüche gegen Grünenthal geltend machen können. Damit haben die Herren Michael Wirtz und Dr. Franz Wirtz unter den Augen von Richtern und Strafverfolgungsbehörden die schlimmste Stufe unserer Entrechtung umgesetzt." so Meyer weiter.


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Contergan - Kaufentscheidungskampagne
jetzt vor 4711 - Traditionshaus


Pressemitteilung vom 11. November 2010

Die regelmäßige Grundveranstaltung der bundesweiten Kampagne "Ihre Kaufentscheidung zählt!" wird nach Angaben des Bundes Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. (BCG) ab kommenden Samstag, den 13.11.2010, bis auf weiteres jeden Samstag ab 12:00 Uhr vor dem Traditionshaus der 4711 Glockengasse GmbH fortgesetzt. Seit Ende Juli 2010 standen Contergangeschädigte jeden Samstag vor dem Werksverkauf der Dalli-Werke in Stolberg bei Aachen. "Die Kölner Bürger und Bürgerinnen müssen endlich wissen, an wen man ihre Traditionsmarke 4711 klammheimlich verschachert hat und mit wessen Geld dies bezahlt wurde." so Stephan Hafeneth, Mitorganisator der Kampagne. Die Firmen 4711 Glockengasse GmbH (4711 etc.), Dalli-Werke (Dalli-Waschmittel, Tandil etc.), Mäurer & Wirtz GmbH & Co. KG (Betty Barclay, Otto Kern etc.) und das Pharma-Unternehmen Grünenthal GmbH (Palexia, Tramal etc.) gehören allesamt der Stolberger Unternehmerfamilie Wirtz. Die Firma Grünenthal verursachte 1957 den Conterganskandal. Die Marke 4711 wurde 2006 unter großer Anteilnahme der Kommunalpolitik Kölns an die Familie Wirtz verkauft. Nach Auffassung des BCG konnten die Firmeneigentümer Wirtz die Marke 4711 und andere Firmen nur deswegen aufkaufen, weil sie die Conterganopfer 1972 durch ein Gesetz hinsichtlich aller Schadensersatzansprüche enteignen ließen. Pikanterweise hielt Ex-Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) bei dem 4711-Verkauf an Wirtz 2006 eine Laudatio, während er gleichzeitig Schirmherr des Conterganverbandes Köln war. "Über Köln schwebt seit dem der Duft von Contergan. Und die Kölner Steuerzahler zahlen an Sozialleistungen an die Conterganopfer das, was sich die Familie Wirtz durch unsere Entrechtung erschlichen hat." sagt Andreas Meyer, Vorsitzender des BCG. Bereits am vergangenen Samstag machte der BCG durch einen Autokonvoi zwischen Aachen und Stolberg zu den Wohnhäusern der Familie Wirtz auf die Verantwortlichen für die Entrechtung der Contergangeschädigten aufmerksam. Die Kaufentscheidungskampagne des BCG wurde in mehreren Städten des Bundesgebietes vor Geschäften durchgeführt, welche die Produkte des Wirtz-Konsortiums führen. Der BCG kündigt weitere Maßnahmen im gesamten Bundesgebiet an.


Datum: 13.11.2010 (und bis auf weiteres jeden weiteren Samstag)
Ort: Traditionshaus 4711, 50667 Köln
Straße: Glockengasse 4
Beginn: 12:00 Uhr
Ende: ca. 16:00 Uhr (je nach Witterung jeweils kürzer oder länger)



Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie hier.


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Contergan - Große Teilnehmerzahl bei Autokonvoi zu Grünenthaleigentümern erwartet


Pressemitteilung v. 3.11.2010

Bei dem am Samstag, den 6.11.2010, geplanten Autokonvoi unter dem Motto "Erfolg hat viele Gesichter" zu den Wohnhäusern der Grünenthaleigentümer zeichnet sich für den BCG - Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. schon jetzt eine sehr große Teilnehmerzahl ab. Fest zugesagt haben mittlerweile über 30 PKWs, die aus dem gesamten Bundesgebiet zu dieser Veranstaltung anreisen. "Und täglich werden es mehr." sagt Petra Hilbert, Aktivistin und Mitorganisatorin. Zudem haben sich viele Betroffene angemeldet, die keinen PKW haben. Die Veranstalter sehen sich damit beschäftigt, für jeden einen Platz in einem der PKWs zu finden. Erstmalig in der Geschichte des Conterganskandals suchen die Opfer die Eigentümerfamilie des Wirtz-Konsortiums selber vor ihren Wohnhäusern auf. Der Familie Wirtz gehören neben der Conterganherstellerfirma Grünenthal (Palexia, Tramal etc.) u.a. die Firmen Dalli-Werke (Dalli-Waschmittel, Tandil etc., Mäurer & Wirtz (Betty Barclay, Otto Kern etc.), 4711 Glockengasse GmbH (4711 etc.). Der BCG sieht in dieser Veranstaltung eine Verschärfung seiner Maßnahmen zur Durchsetzung einer gerechten Entschädigung für die Conterganopfer. "Die Zeiten sind vorbei, in denen sich die Opfer vor den Tätern ihrer Entrechtung versteckten. Am Samstag werden wir sehen, wer sich in Zukunft vor wen verstecken wird." so Andreas Meyer, Vorsitzender des BCG.


Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie hier.


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Contergan - Autokonvoi zu den Wohnhäusern der Grünenthaleigentümer


Pressemitteilung - Einladung zur Pressekonferenz v. 29.10.2010

Erstmalig in der Geschichte des Conterganskandals veranstaltet der BCG - Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V.und weitere Aktivisten am 6.11.2010 unter dem Motto "Erfolg hat viele Gesichter" einen Autokonvoi zu den Privathäusern der Hauptgesellschafter des Wirtz-Konsortiums. Damit wird die jahrzehntelange Auseinandersetzung zwischen den Contergangeschädigten und den Eigentümern der Wirtz-Gruppe um eine gerechte Entschädigung der Conterganopfer eindeutig verschärft. Bisher richteten sich die Protestmaßnahmen der Contergangeschädigten gegen einzelne Firmen und die Produkte der Wirtz-Familie. "Nun stehen wir vor ihrer Wohnungstür." sagt Petra Hilbert, eine Aktivistin. Auch das Motto der Veranstaltung "Erfolg hat viele Gesichter" ist bewusst gewählt. "Konnten sie sich bisher hinter den juristischen Konstruktionen ihrer Firmen als erfolgreiche Geschäftsleute und sogar Wohltäter verstecken, zeigen wir sie nun der Öffentlichkeit als Verantwortliche und Profiteure unsere Entrechtung." so Andreas Meyer, Vorsitzender des BCG. Die Unternehmerfamilie Wirtz gehört zu den 30 reichsten Familien Deutschlands. Zu ihrem Firmenkonsortium gehören unter anderem die Dalli-Werke (Dalli-Waschmittel, Tandil etc.) und die Firmen Mäurer & Wirtz (Betty Barclay, Otto Kern etc.), 4711 Glockengasse GmbH (4711 etc.) und die Firma Grünenthal GmbH (Medikamente). Die Firma Grünenthal verursachte 1957 den Conterganskandal. Nach Auffassung des BCG hätte sich das Wirtz-Konsortium nicht so erfolgreich entwickeln können, wenn die Unternehmerfamilie Wirtz schon zu früherer Zeit einen gerechten Schadensausgleich für die Conterganschäden hätte zahlen müssen. Meyer: "Reichtum ist keine Schande, wenn er durch redliche Arbeit verdient wurde. Die unternehmerische Erfolgsstory der Familie Wirtz beruht aber darauf, dass sie die Opfer des Conterganskandals hinsichtlich ihrer Schadensersatzansprüche enteignen ließen." Von 1974 bis 1979 verklagte die Familie Wirtz über die Firma Grünenthal den Treuhänder der Eltern der Conterganopfer auf Zahlung einer von Grünenthal zuvor gezahlten Entschädigungssumme von 50 Millionen € an die Conterganstiftung. Damit wurde die Grundlage für die Entstehung des Conterganstiftungsgesetzes geschaffen, welches die Conterganopfer hinsichtlich aller Schadensersatzansprüchen enteignete. Noch heute kursiert in den Medien die von Grünenthal stets lancierte Falschmeldung, dass Grünenthal 50 Millionen € freiwillig in die Stiftung eingezahlt hätte. "Wir finden, dass ein derart erfolgreiches Vorgehen schon einen Privatbesuch wert ist." sagt Meyer.

Wegpunkte des Auto-Konvois werden die Wohnhäuser von Dr. Hermann Wirtz, Andreas Wirtz, Dr. Franz Wirtz und Michael Wirtz sein. Außerhalb der Wegpunkte fährt der Konvoi zwischen Aachen und Stolberg durch mehrere Dörfer und Orte. Die Veranstaltung endet mit einer Abschlusskundgebung auf dem Kaiserplatz in Stolberg. Der Kaiserplatz grenzt zugleich an der Rückseite des Grundstückes des Grünenthal-Kupferhofes in der Steinfeldstraße an. Im Grünenthal-Kupferhof fing die Geschichte Grünenthals an. Der Kupferhof in der Steinfeldstraße ist zugleich die Meldewohnadresse von Michael Wirtz.

Ablauf der Veranstaltung und Pressekonferenz

Vor jedem der Wohnhäuser wird es eine Kundgebung geben. Eine Pressekonferenz wird vor dem Wohnhaus von Dr. Hermann Wirtz abgehalten. Die Kundgebungen und die Pressekonferenz werden von unterschiedlichen symbolischen Maßnahmen vor Ort begleitet. Beispielsweise werden die Betroffenen vor den Wohnhäusern jeweils einen Sarg niederlegen und eine entsprechende Ansprache halten. Diesmal wollen sie aber nicht die bereits Verstorbenen zu Grabe tragen sondern symbolisch sich selbst. Nach Auffassung des BCG spekulieren die Firmeneigentümer nur darauf, dass sich das Entschädigungsanliegen der Betroffenen dadurch von selbst erledigt, dass sie immer älter werden und nach und nach wegsterben ("biologische Lösung"). Folglich legt sich vor jedem der Wohnhäuser je ein Betroffener in den Sarg. Die jeweiligen Ansprachen werden von je einem Betroffenen, einer Mutter eines Conterganopfers und einer Tochter eines Conterganopfers gehalten.

Vor der Abschlusskundgebung am Kaiserplatz in Stolberg wird der BCG auf der am Kaiserplatz anliegenden Seite des Gartengrundstückes von Michael Wirtz ein Transparent mit dem Motto der Veranstaltung aufhängen. Unter dem Transparent werden die Teilnehmer der Veranstaltung jeweils von sich ein Foto in DIN A4 Größe aufhängen und auf der Rückseite oder auf einem zusätzlichen DINA4 Blatt nieder schreiben, was er den Gesellschaftern des Wirtz-Konsortiums schon immer gerne einmal sagen möchte. Die Abschlusskundgebung selbst wird vor einem Zelt des Roten Kreuzes auf dem Kaiserplatz abgehalten.

Die Veranstaltung ist von der Polizei Aachen so genehmigt, dass der Autokonvoi so nahe wie möglich an die Wohngrundstücke der Hauptgesellschafter heranfahren können. Da aber die Wohnhäuser abgelegen liegen und die Zugangsstraßen sehr eng sind, wird der Konvoi in deren Nähe von der Polizei gesichert anhalten. Die Betroffenen steigen dann jeweils aus den Fahrzeugen aus und werden die Wohnhäuser zu Fuß aufsuchen.


Programm

Aufstellungsort und Aufstellungsbeginn des Konvois

Datum: 6.11.2010
Ort: 52078 Aachen-Brand
Straße: Kaubendenstraße (hinter dem Werksgelände der Firma Grünenthal in Aachen-Brand, nicht in Stolberg!!)

Aufstellungsbeginn: 10:00 Uhr
Abfahrt Konvoi: 11:00 Uhr


Fahrt über Aachen-Brand, Kornelimünster usw.

Uhrzeit: 11:00 - 11:30 Uhr


Kundgebung und Pressekonferenz vor dem Wohnhaus von Dr. Hermann Wirtz

Uhrzeit: 12:00 - 13:00 Uhr
Straße: Schnepfenberg 15


Fahrt über Breinig, Vicht nach Mausbach

Uhrzeit: 13:00 - 13:30 Uhr


Kundgebung vor dem Wohnhaus von Andreas Wirtz

Uhrzeit: 13:45 - 14:15 Uhr
Straße: Fleuth 50


Fahrt über Mausbach, Vicht in Richtung Stolberg

Uhrzeit: 14:15 - 14:45 Uhr


Kundgebung vor dem Wohnhaus von Dr. Franz Wirtz

Uhrzeit: 15:15 - 15:45 Uhr
Straße: Atzenach 37


Fahrt in Richtung Stolberg Innenstadt zum Kaiserplatz (Platz vor dem Rathaus)

Uhrzeit: 15:45 - 16:15 Uhr


Abschlusskundgebung auf dem Kaiserplatz in Stolberg (Platz vor dem Rathaus) zugleich Rückseite der Meldeadresse von Michael Wirtz

Uhrzeit: 16:30 - 18:30 Uhr
Ort: Stolberg
Straße: Kaiserplatz



Wegbeschreibung

Bitte fahren Sie über die A 4 in Richtung Aachen. Am Autobahnkreuz Aachen nehmen Sie bitte die A 44 in Richtung Lüttich (Liege) bis zur Ausfahrt Aachen-Brand. Sodann fahren Sie die Ausfahrt Aachen-Brand herunter und folgen Sie bitte im Anschluss der unten angegebenen Anfahrtskizze. Anfahrtskizze von der Autobahnausfahrt Aachen-Brand auf der A 44 zur Kaubendenstrasse:

Route

Wichtig ist, dass Sie nur dem aufgezeichneten Weg folgend zur Kaubendenstrasse fahren, weil der Konvoi in dieser Straße aufgebaut werden soll. Die einzelnen Fahrzeuge sollen also von hinten über die Kellershaustrasse auf die Kaubendenstrasse fahren, damit sie bereits in der richtigen Fahrtrichtung auf den Konvoi stoßen und dann gemeinsam um 11:00 Uhr abfahren können. Die Polizei hat uns diese Straße zum Aufbau des Konvoi bereitgestellt. Ein anderes Anfahren der Kaubendenstrasse beispielsweise über die Zieglerstrasse würde den Konvoi blockieren.


Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie hier.


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Contergan - Kampagne "Ihre Kaufentscheidung zählt!"


Pressemitteilung - Einladung zur Pressekonferenz


Am Samstag, den 24. Juli 2010, starten Contergangeschädigte eine Kampagne mit dem Titel "Ihre Kaufentscheidung zählt!". Der Auftakt der Kampagne beginnt vor dem Werksverkauf der Dalli-Werke und soll an jedem verkaufsoffenen Samstag dort fortgesetzt werden. Nach und nach soll sich die Kampagne auf das gesamte Bundesgebiet ausdehnen. Zielgruppe der Kampagne sind die Bundesbürger. Die Conterganopfer verteilen dabei Flugblätter mit professionell gestalteten Fotomotiven von Produkten der Dalli-Werke und der Firma Mäurer & Wirtz sowie der 4711 Glockengasse GmbH. Dabei tragen sie auffällig gestaltete Schilder in Körpergröße, auf denen ebenfalls die Produkte der genannten Firmen zu sehen sind. Erstmals sind alle Produkte der genannten Firmen von der Kampagne betroffen. Aufgerufen zu der Kampagne haben der Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. (BCG) und viele Betroffene. "Mit dieser Aktion wollen wir dem Verbraucher den Zusammenhang zwischen dem Conterganskandal und den beispielhaft gezeigten Produkten vermitteln und auch die Verantwortlichen benennen. Zudem soll dem Verbraucher aufgezeigt werden, welchen Einflussspielraum er mit seiner Kaufentscheidung hat." so Petra Hilbert, eine Aktionistin. "In den nächsten Wochen und Monaten werden wir unsere Maßnahmen verschärfen. Wir stehen eh mit dem Rücken zur Wand. Möge uns die Familie Wirtz mit Klagen überziehen. Solange wir leben und noch eine Würde haben, werden wir das uns angetane Unrecht nicht dulden." sagt Andreas Meyer, Vorsitzender des BCG.

Zur Pressekonferenz wird hiermit herzlich geladen:

Ort: Werksverkauf Dalli-Werke, Zweifaller Straße 120, 52224 Stolberg.

Datum: 24. Juli 2010

Uhrzeit: 11:00 Uhr



Selbstverständlich können Sie bereits früher kommen, um Eindrücke der Ereignisse zu bekommen. Wir selber werden bereits um 8:30 Uhr vor Ort sein.

Erste Informationen (Fotos etc.) erhalten Sie auf unserer Webseite. Am Kampagnentag werden wir weitere Informationen freischalten.


Kontakt:

BCG - Bund Contergangeschädigter
und Grünenthalopfer e.V.
c/o Herr Andreas Meyer (1. Vorsitzender)
Dohmengasse 7 , 50829 Köln
Email: bcg-brd-dachverband@gmx.de
Webseite: www.gruenenthal-opfer.de
Telefon : 0221 / 9505101
Fax: 0221 / 9505102
Mobil: 0172 / 2905974



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Grünenthal und Bundesregierung müssen nun
auch mit Contergan-Opposition verhandeln!


Pressemitteilung vom 30. November 2009


Bei der ersten demokratischen Urwahl der ordentlichen Mitglieder des Stiftungsrates und deren Stellvertreter der Conterganstiftung für behinderte Menschen haben die wahlberechtigten Conterganopfer für eine Überraschung gesorgt.

Nach dem amtlichen Endergebnis, das am 17.11.2009 durch eine öffentliche Stimmenauszählung im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Gesundheit in Berlin ermittelt wurde, konnten die gewählten Kandidaten der Contergan-Opposition des Bundes Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. (BCG), der Internationalen Contergan Thalidomid Allianz (ICTA) und des Contergan-Netzwerkes (CN) gegenüber der gewählten Kandidatin des Bundesverbandes Contergangeschädigter e.V. (BV) mehr als die doppelte Anzahl der Stimmen der erfolgreich gewählten Kandidaten auf sich vereinen (insgesamt 1086 Stimmen).

Zwar erhielt die Kandidatin des BV, Margit Hudelmaier, mit 507 Stimmen einen der beiden Plätze als ordentliches Mitglied im Stiftungsrat. Jedoch wurde der Kandidat des BCG, Andreas Meyer, mit 441 Stimmen für den anderen Platz als ordentliches Mitglied gewählt. Die Kandidaten der ICTA, Udo Herterich (402 Stimmen), und des CN, Christian Stürmer (243 Stimmen), konnten mit ihrer Wahl die Plätze der beiden Stellvertreter für sich belegen. Die andere vom BV aufgestellte und beworbene Kandidatin, Maria Woll, schaffte es mit 205 Stimmen dagegen nicht.

"Damit wurde dem Märchen von der Alleinvertretungsberechtigung des Bundesverbandes ein deutliches Ende bereitet. Die Firma Grünenthal und die Bundesregierung müssen nun bei weiteren Entschädigungsverhandlungen die bisher als bloße 'Splittergruppen' diffamierte Contergan-Opposition mit an den Verhandlungstisch nehmen." so Meyer, erster Vorsitzender des BCG.

Aus 40 Kandidaten, die sich aus dem Kreise der contergangeschädigten Betroffenen zur Wahl zur Verfügung stellten, konnten 2 ordentliche Mitglieder des Stiftungsrates und 2 Stellvertreter gewählt werden. Jedes wahlberechtigte Conterganopfer durfte 2 Stimmen abgeben. Die Kandidaten mit den beiden meisten Stimmen erhielten jeweils einen Platz als ordentliches Mitglied des Stiftungsrates. Die Kandidaten mit den drittmeisten und viertmeisten Stimmen bekamen jeweils einen Platz als Stellvertreter. Von den 2677 wahlberechtigten Contergangeschädigten gaben 1557 ihren Wahlumschlag ab. Aus 1423 gültigen Stimmenabgaben mit jeweils bis zu 2 Stimmen wurde sodann das Wahlergebnis ermittelt. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,16 %.

Ermöglicht wurde diese Urwahl durch das 2. Gesetz zur Änderung des Conterganstiftungsgesetzes vom 14.5.2009. Unter dem früheren Stiftungsgesetz wurden über 35 Jahre lang stets nur 2 Vertreter des BV in den Stiftungsrat und den Stiftungsvorstand der Conterganrentenstiftung berufen.

Mit Schreiben vom 27.11.2009 berief nun Bundesfamilienministerin von der Leyen die Kandidaten des BV, Margit Hudelmaier, und des BCG, Andreas Meyer, für die elfte Amtsperiode des Stiftungsrates der Conterganstiftung für behinderte Menschen als ordentliche Mitglieder des Stiftungsrates. Zugleich wurden die Kandidaten der ICTA, Udo Herterich, und des CN, Christian Stürmer, als Stellvertreter berufen. Die Amtszeit beginnt am 1.12.2009 und dauert 5 Jahre.

Das Ergebnis der Stiftungsratswahl wird wohl auch Auswirkungen auf die demokratischen Strukturen des BV haben. Denn bisher haben die Mitgliedsverbände des BV unabhängig von der Anzahl der von ihnen vertretenen Betroffenen jeweils nur mit einer Stimme abstimmen und wählen dürfen.

Meyer: "Das Schöne an der Demokratie ist, dass sie Realität und Wunschdenken voneinander scheidet. Dem Bundesverband ist nun eine Satzungsänderung anzuraten, nach der Mehrheitsentscheidungen und Vorstandswahlen seiner Mitgliedsverbände nun auch durch die Anzahl der von dem jeweiligen Mitgliedsverband vertretenen Conterganopfer repräsentiert werden."


Die amtlichen Zahlen der Wahl können auf der Webseite der Conterganstiftung abgerufen werden:

www.conterganstiftung.de/aktuelles/index.htm


Das ausführliche Wahlprogramm des BCG-Kandidaten, Andreas Meyer, finden Sie auf der Webseite des BCG unter:

www.gruenenthal-opfer.de/Wahl_Andreas




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Pressemitteilung_Stiftungsrat_Wahl_30_11_2009.pdf (2131kB)

52 Jahre Contergan - Countdown des Unrechts
Mahnwache vor Grünenthal


Presseerklärung v. 2.10.2009


Was bedeuten 52 Jahre Contergan?


52 Jahre Contergan bedeuten:

Rücksichtslose Verbreitung und gewinnsüchtiger Weiterverkauf des ungeprüften Medikaments Contergan durch den verstorbenen Grünenthal-Patriarchen Hermann Wirtz.

52 Jahre Contergan bedeuten:

Weltweit 10.000 Schadensfälle, deutschlandweit 7000 Schadensfälle und 4000 Verstorbene.

52 Jahre Contergan bedeuten:

In Deutschland Ursprungsschäden von 5 Milliarden Euro, Folgeschäden von 3 Milliarden Euro.

52 Jahre Contergan bedeuten:

Systematische Entrechtung und Enteignung der deutschen Conterganopfer hinsichtlich ihrer Schadensersatzansprüche durch die Herren Dr. Hermann Wirtz, Michael Wirtz, Dr. Franz Wirtz und Dr. Andreas Wirtz.

52 Jahre Contergan bedeuten:

Wohlstand der Herren Dr. Hermann Wirtz, Michael Wirtz, Dr. Franz Wirtz und Dr. Andreas Wirtz auf Kosten der Conterganopfer und der Allgemeinheit.

52 Jahre Contergan bedeuten:

Jahrzehntelange Lügen und Manipulation der Medien bezüglich der Conterganhistorie durch die Herren Dr. Hermann Wirtz, Michael Wirtz, Dr. Franz Wirtz und Dr. Andreas Wirtz.

52 Jahre Contergan bedeuten:

Jahrzehntelange Verfolgung derjenigen, die sich für die Rechte der Conterganopfer eingesetzt haben, durch die Herren Dr. Hermann Wirtz, Michael Wirtz, Dr. Franz Wirtz, und Dr. Andreas Wirtz.

52 Jahre Contergan bedeuten:

Jahrzehntelange Inschutznahme der Herren Dr. Hermann Wirtz, Michael Wirtz, Dr. Franz Wirtz und Dr. Andreas Wirtz durch die jeweilige Bundesregierung zur Verhinderung einer von der Familie Wirtz zu zahlenden Entschädigung, die den Gesamtschaden ausgleicht.


Countdown des Unrechts


Ab heute zählen wir die Jahre dieses Unrechts.

Ab heute kommen wir jedes Jahr wieder, solange dieses Unrecht anhält.

Ab heute werden wir zu jeder Gelegenheit, bei jeder Kampagne, bei jeder noch so kleinen Aktion die Verantwortlichen für dieses Unrecht öffentlich mit ihrem Namen benennen.

Ab heute werden wir jedes Jahr nicht nur symbolisch unsere Toten zu Grabe tragen, sondern auch die Produkte des Wirtz-Konsortiums.

Denn wir wissen, dass die rechtschaffenen Bürger dieses Landes diese Produkte nicht mehr kaufen werden.

Denn es sind Produkte, an denen das Blut unserer Toten klebt, an denen in endlosen Nächten die Tränen unserer Mütter und Väter vergossen wurden, an denen die Angst und Verzweiflung derer von uns geheftet ist, die den Freitod wählten oder die durch den endgültigen Verlust ihres Lebensmutes in Apathie und Einsamkeit verharren.


Aufforderung


Wir fordern die Herren Dr. Hermann Wirtz, Michael Wirtz, Dr. Franz Wirtz und Dr. Andreas Wirtz auf:


Bezahlen Sie Ihre Schuld!

Ersetzen Sie den Gesamtschaden von 8 Milliarden Euro!

Jeder normale Schuldner, der seine Schuld nicht begleichen kann, muss einen Kredit aufnehmen.

Das Wirtz-Konsortium muss nicht untergehen.

Geben Sie sämtliche Vertriebswege von thalidomidhaltigen Präparaten bekannt, damit sich die Opfer in anderen Ländern als Thalidomidopfer anerkennen lassen können.


Wir fordern die amerikanische Firma Johnson & Johnson dazu auf:

Zahlen Sie den Kaufpreis aus dem geplanten Verkauf der Firma Grünenthal GmbH als 1. Rate der Schadensersatzschuld der Familie Wirtz direkt an die Conterganopfer.


Die Stadt Stolberg bei Aachen fordern wir auf:

Errichten Sie zur Erinnerung an die lebenden Opfer und die vielen Toten durch Contergan eine Gedenktafel.


Die neugewählte Bundesregierung fordern wir auf:

Unterlassen Sie die bisherige Kumpanei mit der Familie Wirtz. Wir wissen, dass sich Herr Dr. Helmut Kohl bei seiner Spendensammlung von Herrn Michael Wirtz 250.000 DM spenden ließ und Frau Dr. Angela Merkel über Herrn Michael Wirtz den Karlspreis erhielt.

Lassen Sie die Steuern zahlende Allgemeinheit nicht mehr in Form von Renten und Sozialleistungen für den angerichteten Schaden der Familie Wirtz aufkommen. Die dafür aufgebrachten Mittel der öffentlichen Hand sollten behinderten Menschen ohne Schadensverursacher zugute kommen.

Enteignen Sie für das Allgemeinwohl per Gesetz die Familie Wirtz zu Gunsten der Conterganopfer. Wenn es 1972 durch das Conterganstiftungsgesetz möglich war, die Conterganopfer - angeblich zum Allgemeinwohl - hinsichtlich ihrer Schadensersatzansprüche zu enteignen, wird der gesetzlichen Errichtung einer neuen Conterganstiftung aus dem Wirtz-Konsortium wohl nichts entgegenstehen.

Jeder, der dann beispielsweise Dalli-Waschmittel kaufen würde, wüsste, dass er etwas Gutes tut, und die Arbeitsplätze des Wirtz-Konsortiums blieben erhalten.

Geben Sie der Familie Wirtz einen zinsgünstigen Kredit und eine Bürgschaft, falls die Familie Wirtz von sich aus den Gesamtschaden von 8 Milliarden Euro ersetzen möchte und dazu nicht in der Lage ist.

Auch in diesem Falle könnten die Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Nehmen Sie in Ihrem Koalitionsvertrag auf, dass Sie es als Ihre Aufgabe ansehen, die restlose Aufklärung und Aufarbeitung des Conterganskandals sowie den Ersatz des Gesamtschadens mit uns umzusetzen.

Schaffen Sie verbesserte Lebensbedingungen für alle behinderten Menschen in unserem Land. Die Not der Conterganopfer rührt nicht zuletzt daher, dass sie wegen ihrer Schadensersatzenteignung auf die entwürdigenden Bedingungen des sozialen Netzes angewiesen sind.

Der private und alleinige Ersatz des Gesamtschadens der Conterganopfer von 8 Milliarden Euro durch die Familie Wirtz sollte mit einer deutlichen Verbesserung der Lebensumstände behinderter Menschen durch die Politik einhergehen.



Die obenstehende Presseerklärung kann hier herunter geladen werden:

Presseerklaerung_52_Jahre_Contergan_02_10_2009.pdf (2136kB)

52 Jahre Contergan - Countdown des Unrechts / Mahnwache vor Grünenthal

Pressemitteilung - Einladung zur Pressekonferenz v. 30.09.2009


Anlässlich des 52. Jahrestages der Markteinführung des Arzneimittels Contergan versammeln sich in der Nacht vom 2. Oktober auf den 3. Oktober 2009 Conterganopfer zu einer Mahnwache vor den Toren Grünenthals bzw. der Mäurer & Wirtz- und Dalli-Werke in Stolberg bei Aachen.

Mit der Mahnwache wollen die Veranstalter, der Interessenverband Contergangeschädigter Menschen, Ihrer Angehörigen und Freunde Rhein-Berg e.V. (Interessenverband Rhein-Berg) und der Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. (BCG), die Grünenthal-Eigentümerfamilie Wirtz daran erinnern, dass die Conterganopfer 52 Jahre nach dem Conterganskandal noch immer keine den Gesamtschaden umfassende Entschädigung erhalten haben. Die beiden Verbände beziffern die Ursprungsschäden mit 5 Milliarden € und die Folgeschäden mit 3 Milliarden €. "Noch immer erwarten wir von der Familie Wirtz ein ernst zu nehmendes Angebot." sagt Claudia Schmidt-Herterich, Vorsitzende vom Interessenverband Rhein-Berg. Die in diesem Jahr erfolgte, freiwillige Zahlung der Firma Grünenthal von 50 Millionen € an die Conterganrentenstiftung wird von beiden Verbänden als Hohn empfunden. "Mit den 50 Millionen € versuchte sich die Familie Wirtz aus den negativen Schlagzeilen zu kaufen. Wer so viel für seine Imagepflege ausgibt, der kann auch für den Schaden aufkommen." so Meyer, Vorsitzender des BCG.

Die Familie Wirtz mit ihren Gesellschafterstämmen, Dr. Hermann Wirtz, Michael Wirtz, Dr. Franz Wirtz und Dr. Andreas Wirtz, zählt zu den reichsten Familien-Dynastien der Bundesrepublik Deutschland. Zu dem Wirtz-Konsortium gehören neben der Firma Grünenthal GmbH, die Firmen Mäurer & Wirtz, die Dalli-Werke und 4711.

Für die Veranstalter der Mahnwache ist klar, dass der Reichtum der Familie Wirtz nur deswegen besteht, weil die Conterganopfer von der Familie Wirtz hinsichtlich ihrer Schadensersatzansprüche enteignet und entrechtet wurden. "Tausende Menschen in unserem Lande verdienen ihren Lebensunterhalt durch redlichen Fleiß und Arbeit. Die Wirtz-Dynastie wurde nur auf dem Elend der Conterganopfer aufgebaut." sagt Meyer.

Mit der Mahnwache soll zudem erinnert werden an:

· eines der schwärzesten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte (Conterganskandal),
· den Schmerz, das Leid, welches abertausende Familien durchmachen mussten,
· die vor der Geburt, direkt nach der Geburt und später Verstorbenen …,
· jene, die heute nicht für sich selbst sprechen können,
· jene, die heute nur noch mit hochdosierten Schmerzmittel am Leben teilhaben können,
· jene, die heute inzwischen ihre Mobilität aufgrund der Folgeschäden eingebüßt haben.

Unterstützt wird die Initiative des contergangeschädigten Johannes Igel (47 Jahre) zur Errichtung einer Gedenktafel in der Stadt Stolberg zur Erinnerung an die lebenden Opfer und die vielen Toten.

Auf der Mahnwache ist geplant, aus Kerzen und Grablichtern den Schriftzug "Contergan" zu ziehen. Auch soll ein Kranz vor dem Werkstor niedergelegt werden. Der Kranz wird aber nicht nur den Verstorbenen gewidmet sein ...

Der BCG teilt mit, dass er seinen Boykottaufruf aus dem Jahre 2007 gegen die Produkte von Mäurer & Wirtz sowie der Dalli-Werke wie z.B. Dalli-Waschmittel, die Parfum und Aftershave-Kollektionen von Tabac, Nonchalance, Tosca und 4711 aufrecht erhält.

Beide Organisationen erklären, dass die Mahnwache ein jährlich sich wiederholender Countdown des Unrechts sein wird. "Wir kommen jetzt jedes Jahr wieder. Wir werden der Familie Wirtz die Jahre des Unrechts mit jedem Jahr vor zählen." so Claudia Schmidt-Herterich, Vorsitzende vom Interessenverband Rhein-Berg.

Darüber hinausgehende Kampagnen sind in Vorbereitung.


Programmablauf Mahnwache


Datum: Freitag, der 2. Oktober 2009

Versammlungsort: Eingänge der Firma Grünenthal, Dalli Werke und der Fa. Mäurer & Wirtz, Ecke Finkensiefstraße / Zweifaller Strasse, 52224 Stolberg

17,00 Uhr Ankunft der ersten Teilnehmer

19,00 Uhr Pressekonferenz

19,30 Uhr Ziehen des Schriftzuges „Contergan” aus Grablichtern

20,00 Uhr Kranzniederlegung

21,00 Uhr Grußworte

ab 21,30 Uhr Fortsetzung der Mahnwache die ganze Nacht hindurch


Kontakt:

Interessenverband Contergangeschädigter Menschen,
Ihrer Angehörigen und Freunde Rhein-Berg e.V.
Claudia Schmidt-Herterich (1. Vorsitzende)
Bensberger Str. 139
51503 Rösrath
Telefon 02205 - 83 541
Telefax 02205 - 83 586

BCG - Bund Contergangeschädigter
und Grünenthalopfer e.V.
c/o Herr Andreas Meyer (1. Vorsitzender)
Dohmengasse 7 , 50829 Köln
Email: bcg-brd-dachverband@gmx.de
Webseite: www.gruenenthal-opfer.de
Telefon : 0221 / 9505101
Fax: 0221 / 9505102
Mobil: 0172 / 2905974


Die obenstehende Pressemitteilung kann hier herunter geladen werden:

Pressemitteilung_52_Jahre_Contergan_Mahnwache_30_09_2009.pdf (2131kB)

MAHNWACHE in Stolberg anlässlich des 52. ten Jahrestag der Markteinführung von CONTERGAN am 01.10.1957


Pressemitteilung - Einladung zur Pressekonferenz am 02.Oktober 2009 um 19:00 Uhr


Der Interessenverband Contergangeschädigter, ihre Angehörigen und Freunde Rhein Berg e.V. in Kooperation mit der ICTA und dem BCG rufen zur Mahnwache am 02. - 03.10.09 in Stolberg bei Aachen auf!

Vor den Toren, entlang der Mauer bis zum Eingang der Dalli Werke und der Fa. Mäurer & Wirtz, Finkensiefstraße/ Ecke Zweifaller Strasse, demonstrieren wir!!!

Diejenigen, die bis heute überlebt haben, wollen am 02. Oktober friedlich mahnen und erinnern an:

· eines der schwärzesten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte,
· den Schmerz, das Leid, welches abertausende Familien durchmachen mussten
· die vor der Geburt, direkt nach der Geburt und später Verstorbenen …
· jene, die nicht für sich selbst sprechen können
· jene, die nur noch mit hoch dosierten Schmerzmittel am Leben teilhaben können
· jene, die inzwischen ihre Mobilität aufgrund der Folgeschäden eingebüßt haben
· die Ungerechtigkeit, die wir erfahren (haben)

Wir fordern auch, dass endlich eines der schwärzesten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte in Deutschland aufgearbeitet, die Geschichte offen gelegt und schließlich endgültig eine adäquate Lösung mit uns herbeigeführt werden muß.

So offenbart bis heute die Familie Wirtz nicht

* die Vertriebswege von Contergan,
* nennt nicht ehrlich die Länder, in welche sie exportiert hat!!! (Wir müssen daher selber nachweisen, dass im jeweiligen Land der Wirkstoff Thalidomid verkauft wurde, um grundsätzlich als Contergangeschädigt anerkannt zu werden.) .


Ebenso fordern wir die Politik auf, in den Koalitionsvertrag aufzunehmen, dass die Regierung es auch als ihre Aufgabe versteht, die Aufklärung, Aufarbeitung der Katastrophe und eine endgültige würdevolle Lösung (gerechte Entschädigung) mit uns voranzutreiben.

WIR HABEN NUR DIESES EINE LEBEN und
WIR WOLLEN NICHT MEHR LÄNGER WARTEN!!

Mit der Mahnwache wollen die Veranstalter, der Interessenverband Contergangeschädigter Menschen, Ihrer Angehörigen und Freunde Rhein-Berg e.V., die Internationale Contergan / Thalidomid Allianz und der Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. (BCG), die Grünenthal-Eigentümerfamilie Wirtz daran erinnern, dass die Conterganopfer 52 Jahre nach dem Conterganskandal noch immer keine den Gesamtschaden umfassende Entschädigung erhalten haben. Die beiden Verbände beziffern die Ursprungsschäden mit 5 Milliarden € und die Folgeschäden mit 3 Milliarden €. "Noch immer erwarten wir von der Familie Wirtz ein ernst zu nehmendes Angebot." sagt Claudia Schmidt-Herterich, Vorsitzende vom Interessenverband Rhein-Berg. Die in diesem Jahr erfolgte, freiwillige Zahlung der Firma Grünenthal von 50 Millionen € an die Conterganrentenstiftung wird von beiden Verbänden und der Bürgerinitiative ICTA als Hohn empfunden. "Mit den 50 Millionen € versuchte sich die Familie Wirtz aus den negativen Schlagzeilen zu kaufen. Wer so viel für seine Imagepflege ausgibt, der kann auch für den Schaden aufkommen." so Meyer, Vorsitzender des BCG.


Solidaritätsbekundungen aus Schweden und Kanada zu Ihrer Kenntnis:

An alle
Bitte hisst auch die Flaggen für Schweden und Dänemark, denn hier sind in den letzten fünf Jahren sechs oder sieben von unseren Mitopfern gestorben.
Björn Håkansson
Ordförande/President
Föreningen för de Neurosedynskadade FfdN
The Swedish Thalidomide Society
+46-(0)431 451388
bjorn.h@ffdn.se
thalidomide.org

An alle
Ich wünsche Eurer Mahnwache in Stolberg viel Erfolg. Es wird der deutschen Bevölkerung und Grünenthal eine deutliche Meldung schicken, dass weder für uns, noch für sie, dieses Kapital geschlossen ist bis alle Conterganopfer eine gerechte Abfindung erhalten haben. Ich weiss, dass ich mich auf Euch verlassen kann, dass Ihr auch die Contergangeschädigten hier in Kanada in Gedanken haben werdet, insbesondere Kimberley, Kerstin, Jean-Pierre und Claude, die in den letzten Jahren gestorben sind.
Bitte hisst auch die kanadische Flagge in ihrem Andenken.
Mercedes (TVAC Canada)


Programmablauf Mahnwache

Datum: Freitag, der 2. Oktober 2009

Versammlungsort: Eingänge der Firma Grünenthal, Dalli Werke und der Fa. Mäurer & Wirtz,
Ecke Finkensiefstraße / Zweifaller Strasse, 52224 Stolberg

17,00 Uhr Ankunft der ersten Teilnehmer

19,00 Uhr Pressekonferenz

19,30 Uhr Erstellen des Schriftzuges „Contergan” aus Grablichtern

20,00 Uhr Kranzniederlegung

21,00 Uhr Solidaritätserklärungen/Grußworte/Erklärungen von Sympathisanten

ab 21,30 Uhr Fortsetzung der Mahnwache die ganze Nacht hindurch – wer will und kann -



Kontakt:

Interessenverband Contergangeschädigter Menschen,
Ihrer Angehörigen und Freunde Rhein-Berg e.V.
c/o Claudia Schmidt-Herterich (1. Vorsitzende)
Bensberger Str. 139
51503 Rösrath
Telefon 02205 - 83 541
Telefax 02205 - 83 586


BCG - Bund Contergangeschädigter
und Grünenthalopfer e.V.
c/o Herr Andreas Meyer (1. Vorsitzender)
Dohmengasse 7 , 50829 Köln
Email: bcg-brd-dachverband@gmx.de
Webseite: www.gruenenthal-opfer.de
Telefon : 0221 / 9505101
Fax: 0221 / 9505102
Mobil: 0172 / 2905974


Udo Herterich
Kampagnen - Sprecher/in Deutschland
Internationale Contergan / Thalidomid Allianz

Bensberger Str. 139
51503 Rösrath

Telefon 02205 - 83 541
Telefax 02205 - 83 586

nc-herterud4@netcologne.de

http://ictacampaign.com/

Boykott-Urteil gegen Wirtz-Familie rechtskräftig


Pressemitteilung vom 02.09.2009


In dem einstweiligen Verfügungsverfahren gegen den arm- und beinlosen Contergangeschädigten Andreas Meyer und dem Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. (BCG) ist das Urteil des Landgerichts Köln vom 24.6.2009 rechtskräftig geworden. Entgegen allen Ankündigungen in den Medien hat die Familie Wirtz, der auch die Conterganherstellerfirma Grünenthal GmbH gehört, über ihre Firmen Dalli-Werke, Mäurer & Wirtz und 4711 keine weiteren Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt.

Mit seinem Urteil hob das Landgericht Köln zwei im Februar 2009 erlassene einstweilige Verfügungen der genannten Firmen gegen Meyer und dem BCG auf. Meyer und der BCG hatten im Oktober 2007 anlässlich des 50. Jahrestages der Markteinführung von Contergan die Öffentlichkeit zu einem freiwilligen Boykott von Dalli-Waschmittel, der Parfum und Aftershave-Kollektionen Tabac, Nonchalance, Tosca und 4711 aufgerufen. Mit den einstweiligen Verfügungen sollte dieser Boykottaufruf unterbunden werden. "Damit ist der Versuch der Wirtz-Familie, den von ihr entrechteten Conterganopfern auch noch das letzte Mittel im öffentlichen Meinungskampf zu nehmen, gescheitert." so Meyer.

Der BCG geht sogar davon aus, dass auch das von den oben genannten Firmen für September 2009 angekündigte Hauptsacheverfahren ausbleiben wird. Eine entsprechende Stellungnahme der Geschäftsleitung der Firma Dalli, nach der sich Dalli das Hauptsacheverfahren vorbehalte, weil der BCG seinen Boykottaufruf derzeit nicht aktiv betreibe, wird in den Kreisen der Conterganopfer für unglaubwürdig gehalten. Meyer: "Die Familie Wirtz fürchtet die Macht des Verbrauchers mehr als den Gang zum Gericht. Egal wie ein solches Verfahren für die Beteiligten zum Schluss ausgehen wird. Auf dem Weg durch die Instanzen müssen die Firmen und die zum Boykott aufgerufenen Produkte durch das Spießrutenlaufen der öffentlichen Berichterstattung. Eine bessere Anleitung für eine negative Kaufentscheidung der rechtschaffenden Allgemeinheit könnte auch die beste Werbekampagne nicht bieten."

Der BCG ruft die Öffentlichkeit zu Spenden auf und hält seinen Boykottaufruf aus dem Jahre 2007 aufrecht. In der Presseerklärung des BCG vom 1. Oktober 2007 wurde der damalige Boykottaufruf u.a. folgendermaßen begründet: "Sorgen Sie mit Ihrem Kaufboykott dafür, dass in Deutschland zukünftig wieder die Verursacher eines Arzneimittelskandals und nicht Sie als steuerzahlender Bürger die Hauptschadenslast tragen. Lassen Sie uns gemeinsam ein Exempel statuieren, das Schule macht und andere Opfer von Arzneimittelskandalen dazu einlädt, um ihre Rechte zu kämpfen und diese erfolgreich durch zu setzen. Denn Medikamente braucht jeder von uns. Auch Sie können morgen schon das Opfer eines mangelhaften Medikamentes werden. Nur dann, wenn die schwarzen Schafe unter den ansonsten redlichen Medikamenten-Herstellern empfindlich wirtschaftliche Konsequenzen für ihr unredliches Handeln befürchten müssen, kann ein weiterer Contergan-Skandal verhindert werden. Machen Sie mit. Schaffen Sie mit uns ein Stück Gerechtigkeit. Es geht um Ihre Gesundheit und die Gesundheit Ihrer Kinder."

Die Webseite des BCG finden Sie unter: www.gruenenthal-opfer.de



Die obenstehende Pressemitteilung kann hier herunter geladen werden:

Pressemitteilung_Boykottklage_02_09_2009.pdf (2130kB)

Wirtz-Familie manipuliert Medien


Presseerklärung vom 21.06.2009

Die Pressemitteilung vom 19.6.2009 der Grünenthaleigentümerfamilie Wirtz, die sie unter dem Titel "Dalli-Gruppe verteidigt einstweilige Verfügung" verbreiten ließ, erweckt bewusst den falschen Eindruck, als sei in der gerichtlichen Auseinandersetzung vor dem Landgericht Köln um den Boykottaufruf gegen Produkte der Dalli-Werke, Mäurer & Wirtz sowie 4711 nur eine einstweilige Verfügung (EV) gegen den Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. (BCG) erwirkt worden.

Tatsächlich erwirkte die Wirtz-Familie über ihre oben genannten Firmen auch eine EV gegen den arm- und beinlosen Contergangeschädigten Andreas Meyer als Privatperson; und nicht bloß in seiner Eigenschaft als 1. Vorsitzender des BCG.

"Die Wirtz-Familie möchte damit den Medien gegenüber verschleiern, dass sie sich nunmehr 50 Jahre nach dem Conterganskandal an einem der Conterganopfer vergreifen. Vor dem Hintergrund, dass der Conterganstrafprozess 1970 zu Gunsten der Wirtz-Familie wegen Geringfügigkeit eingestellt wurde, kann dies nur bedeuten, dass in der öffentlichen Meinung die Täter zu Opfern und die Opfer zu Tätern gemacht werden sollen." sagt Meyer.

Unzutreffend ist auch die Behauptung, die Dalli-Gruppe habe "aktuell und auch historisch nichts" mit dem Conterganskandal zu tun. Die Firma Grünenthal ist historisch als Tochterunternehmen aus der Dalli-Gruppe entstanden. Zudem wird in der Antragsschrift der Familie Wirtz vom 18.2.2009 auf Erlass der EV´s ausgeführt, dass der Gesellschafterstamm Dr. Hermann Wirtz 55,3 % und der Gesellschafterstamm Michael Wirtz 36,7 % der Dalli-Gruppe besitzt (S. 8). An Grünenthal ist der Gesellschafterstamm Michael Wirtz zu 25,5 % und der Gesellschafterstamm Dr. Hermann Wirtz zu 25,4 % beteiligt. Die Gesellschafterstämme Dr. Franz Wirtz und Dr. Andreas Wirtz sind an Grünenthal mit jeweils 12 % beteiligt (S. 9).

Bereits im Conterganstrafprozeß hatten die Verantwortlichen der Firma Grünenthal zugeben müssen, dass sie die Medien manipuliert haben.

Auch eine "unmittelbare Gefährdung Hunderter Arbeitsplätze" ist nicht in Sicht. "Es steht der Wirtz-Familie frei, zur Begleichung der conterganbedingten Ursprungs- und Folgeschäden in Höhe von 8 Milliarden € über ihr Firmenkonsortium einen zinslosen Kredit bei der KfW-Bank aufzunehmen. In einem solchen Fall wäre ich der Erste, der zu einem Kauf der Produkte dieser Firmen aufrufen würde." so Meyer.


Prozesstermin

Datum: 24. Juni 2009

Uhrzeit: 13:50 Uhr

Raum: Saal 7 (Erdgeschoss)

Ort: Landgericht Köln
Luxemburger Str. 101
50939 Köln


Die Antragsschrift auf Erlass der EV´s vom 18.2.2009, unsere Widerspruchsbegründung vom 9.6.2009 und der Beschluss des Landgerichts Köln zum Erlass der einstweiligen Verfügungen vom 24.2.2009 können wir Ihnen auf Wunsch als PDF-Datei zur Verfügung stellen.



Die obenstehende Presseerklärung kann hier herunter geladen werden:

Presseerklaerung_21_06_2009.pdf (2129kB)

Wirtz-Familie zerrt Conterganopfer vor Gericht


Pressemitteilung vom 16.06.2009

2 Jahre nach dem erfolglosen Versuch, die Ausstrahlung des Conterganspielfilms zu verhindern, führen die Eigentümer des Grünenthal-Wirtz-Konzerns erneut einen Prozess in Sachen Contergan. Diesmal zitieren sie jedoch die Conterganopfer selbst vor Gericht: Die Wirtz-Familie erwirkte über ihre Firmen Dalli-Werke, Mäurer & Wirtz und 4711 beim Landgericht Köln gegen den arm- und beinlosen Contergangeschädigten Andreas Meyer eine einstweilige Verfügung. Eine weitere einstweilige Verfügung dieser Firmen richtet sich gegen den von Meyer mit gegründeten Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. (BCG). Meyer und der BCG hatten im Oktober 2007 anlässlich des 50. Jahrestages der Markteinführung von Contergan ihre Mitbürger zu einem freiwilligen Boykott von Dalli-Waschmittel, der Parfum und Aftershave-Kollektionen Tabac, Nonchalance, Tosca und 4711 (alles Produkte der genannten Firmen) aufgerufen. Die Medien haben über den Boykottaufruf ausführlich berichtet. Mit den einstweiligen Verfügungen soll dies nun Meyer und dem BCG untersagt werden.

In ihrer Antragsschrift lässt die Wirtz-Familie über ihre Firmen Dalli-Werke etc. ausführen, dass der Boykottaufruf schon deswegen verwerflich sei, weil Meyer und der BCG damit wirtschaftliche Interessen im Sinne eines Zugewinns für alle Conterganopfer verfolgen würden. Tatsächlich setzen sich Meyer und der BCG seit Jahren medienwirksam dafür ein, dass die Eigentümerfamilie Wirtz des Conterganherstellers Grünenthal den Conterganopfern endlich eine gerechte Entschädigung zukommen lässt. Meyer: "Mit einer solchen Begründung wird der jahrzehntelange Kampf der Opfer um eine gerechte Entschädigung als bloßes Gewinnstreben diffamiert. Skrupelloser kann man nicht von seiner eigenen Verantwortung an dem Elend Tausender ablenken wollen."

Meyer und der BCG werden anwaltlich vertreten von Herrn Professor Dr. Jan Hegemann der renommierten Anwaltssozietät HOGAN & HARTSON RAUE in Berlin, die bereits die Ausstrahlung des Conterganspielfilms erfolgreich gegen Grünenthal und dem Rechtsanwalt Karl-Hermann Schulte-Hillen durchsetzen konnte. Verhandelt wird am 24.6.2009 im Kölner Landgericht. Sollten die einstweiligen Verfügungen aufrechterhalten bleiben, drohen Meyer und dem BCG bei jedem weiteren Boykottaufruf ein Ordnungsgeld in Höhe von 250.000 € oder ersatzweise 6 Monate Ordnungshaft.

"Ordnungsgeld? Durch Contergan bin ich zeitlebens Sozialhilfeempfänger. Mögen sie meinen Rollstuhl pfänden kommen. 6 Monate Ordnungshaft? Ich habe bereits lebenslänglich durch meinen contergan-entstellten Körper. Wie soll mich dies abschrecken? Die können mir ja noch nicht einmal Handschellen anlegen! " sagt Meyer.


Prozesstermin

Datum: 24. Juni 2009

Uhrzeit: 13:50 Uhr

Raum: Saal 7 (Erdgeschoss)

Ort: Landgericht Köln
Luxemburger Str. 101
50939 Köln




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Pressemitteilung_16_06_2009.pdf (2129kB)

Contergan - Tagung macht Schadensfeststellung


Pressemitteilung vom 5.02.2009 - Einladung zur Pressekonferenz

50 Jahre nach dem Conterganskandal möchte der BCG - Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. auf seiner Tagung mit dem Titel "Contergan - Schäden und Entschädigungslösungen aus medizinischer, sozialer wissenschaftlicher und juristischer Sicht" am Samstag, den 7.2.2009, zusammen mit renommierten Experten die Grundlagen einer bezifferbaren Feststellung des Schadens an den Conterganopfern schaffen.

"Wir wollen einmal untersuchen, was der Conterganhersteller, Grünenthal GmbH, an Schadensersatz hätte leisten müssen und ihm u.a. durch die Errichtung der Conterganrentenstiftung erspart wurde." sagt Andreas Meyer, der erste Vorsitzende des BCG. "Zugleich wird die Untersuchung ergeben, auf welcher Schadenslast die Allgemeinheit und die Conterganopfer sitzen geblieben sind." so Meyer weiter.

Um sich der komplexen Materie zu nähern, wird der BCG anhand von 2 Fallbeispielen die Ursprungs- und Folgeschäden sowie die damit verbundenen Beschwerden, Funktionseinschränkungen und deren weitreichende Auswirkungen auf die Lebenssituation der Betroffenen gegenüber stellen. Dargestellt wird auch der notwendige sowie optimale Aufwand an Behandlungen, Hilfsmitteln, Hilfskräften usw. und deren Kosten.

Die Vortragsreihe wird zudem so angelegt sein, dass die einzelnen Vorträge auf der einen Seite für sich stehen und auf der anderen Seite quantifizierbarer Ergebnisse liefern, damit eine juristische Subsumtion und grobe Schätzung einerseits hinsichtlich des Gesamtschadens (Ursprungsschäden und Folgeschäden) bei sämtlichen Conterganopfern sowie andererseits des individuellen Schadens der Betroffenen in den Fallbeispielen (Ursprungsschäden und Folgeschäden) ermöglicht werden kann.

Die Tagung ist nicht ohne Brisanz. So plant der Bundestag weit reichende Veränderungen der Conterganrentenstiftung. Schon in den letzten Monaten wurde von den meisten Contergangeschädigten die auffällige Eile und fehlende Transparenz des Gesetzgebungsverfahrens massiv kritisiert. Doch die Verhandlungen sollen wohl weiterhin hinter verschlossenen Türen stattfinden. So lud der BCG das Bundesfamilienministerium dazu ein, einen Referenten zu entsenden, damit die mehr als 200 ausschließlich contergangeschädigten Teilnehmer Antworten auf ihre bisher offenen Fragen erhalten können. Das Bundesfamilienministerium lehnte jedoch mit der Begründung ab, dass es angeblich nicht zuständig sei, weil es sich bei dem Gesetzgebungsverfahren um eine Bundestagsinitiative handele. Um die Jahreswende erhielten jedoch sämtliche Conterganopfer ein Anschreiben des Bundesfamilienministeriums, indem sie über den momentanen Stand des Gesetzgebungsverfahrens kurz und bündig informiert wurden. "Offenbar möchte man die Conterganopfer lieber vor vollendete Tatsachen stellen, als sich mit ihrer Schadenssituation und ihren kritischen Fragen auseinander zusetzen." so Meyer.

Nach Auffassung des BCG dient das undurchsichtige Procedere der geplanten Veränderungen der Conterganrentenstiftung nur dazu, die Conterganopfer erneut zu übervorteilen und die Grünenthaleigentümer-Familie Wirtz vor einer gerechten und bedarfsorientierten Entschädigung der Conterganopfer zu bewahren.

Meyer: "Ohne die Projektförderung der BARMER wäre diese Tagung nicht möglich gewesen. Wir möchten uns für die überaus freundliche und vor allem unbürokratische Unterstützung dieser Tagung sehr herzlich bedanken." Die BARMER fördert die in ihren Augen unverzichtbare Arbeit von Selbsthilfeorganisationen in diesem Jahr bundesweit mit rund 3,9 Millionen Euro.


Tagungsdatum: Samstag, 7. Februar 2009

Tagungsbeginn: 10:00 Uhr

Pressekonferenz: 19:30 Uhr

Veranstaltungsort:
Renaissance Köln Hotel
Magnusstrasse 20
50672 Köln




Die Medien sind dazu eingeladen, der gesamten Veranstaltung beizuwohnen, soweit der Platz reicht.

Auf der Pressekonferenz um 19:30 Uhr werden wir alle ihre Fragen gerne beantworten und entsprechende Stellungnahmen abgeben.

Kamerateams bitten wir, sich bis Freitag, den 6. Februar 2009, kurz fernmündlich unter den unten angegebenen Rufnummern anzumelden.

Weitere Informationen zu der Tagung und das Tagungsprogramm finden Sie auf unserer Webseite:

http://www.gruenenthal-opfer.de/Tagung_7_Februar_2009

Contergan - 50 Millionen-Offerte Grünenthals ein Skandal!


Presseerklärung vom 8. Mai 2008


Mit Empörung und Entsetzen reagierten der BCG und andere Conterganopfer auf die Offerte der Grünenthaleigentümer-Familie Wirtz, „freiwillig” 50 Millionen Euro - und das in mehreren Schritten - in die bestehende Conterganstiftung einzuzahlen, um den Contergan-Skandal für sich zu einem Abschluss zu bringen.

„Das ist ein Skandal nach dem Contergan-Skandal! Angesichts eines Ursprungsschadens von 5 Milliarden Euro und dem Umstand, dass die Wirtz-Familie ihren Milliardenreichtum nur auf das 40 Jahre andauernde Elend der Conterganopfer aufbauen konnte, hätten wir von dieser Familie zumindestens den Anstand erwartet, dass sie das Schicksal der Geschädigten mit einer solchen billigen Offerte nicht erneut verhöhnt.” sagt Andreas Meyer, 1. Vorsitzender des BCG - Bund Contergangeschädigter u. Grünenthalopfer e.V.

Auf die ca. 2800 Conterganopfer verteilt würde die Zahlung von 50 Millionen Euro einen durchschnittlichen Betrag von weniger als 18.000 Euro pro Geschädigten ausmachen.

In England hat 2005 die Firma Diageo, die den früheren englischen Contergan/Thalidomid-Lizenznehmer Distillers aufgekauft hat, an die dortige Conterganopfer-Stiftung 200 Millionen Pfund ausgezahlt. Zuvor hatte sich Diageo verpflichtet, insgesamt 27 Jahre lang jährlich 2,5 Millionen Pfund in die englische Stiftung einzuzahlen. Für die etwa 455 englischen Betroffenen macht das einen Gesamtbetrag von 267.500.000 Pfund aus. Für jedes englische Contergan-Opfer zahlt Diageo im Durchschnitt demnach fast 600.000 Pfund.

Nach eigenen Angaben machte Grünenthal noch vor Kurzem einen Jahresumsatz von 800 Millionen Euro. Auch möchte Grünenthal in die USA expandieren. „Die einmalige 50 Millionen-Offerte zahlt Grünenthal aus der Portokasse. Und als Zahlung an die gemeinnützige Contergan-Stiftung kann Grünenthal diesen Betrag auch noch von der Steuer absetzen.” so Meyer weiter.

Der Bundesverband Contergangeschädigter e.V. feiert die 50 Millionen-Offerte Grünenthals als „historisch”.

„Historisch ist daran nur, dass Grünenthal es sich 50 Millionen Euro kosten läßt, um aus den negativen Schlagzeilen zu kommen.” so Meyer.

Der BCG ruft weiterhin zu einem Totalboykott der Produkte von Mäurer & Wirtz, den Dalli-Werken und nun auch der Firma Grünenthal auf (Bitte lesen Sie hierzu unbedingt...). Alle diese Firmen gehören der Familie Wirtz.

„Unterstützen Sie uns weiter! Lassen Sie es nicht zu, dass Sie als Steuerzahler die Zeche für ein Unternehmen zahlen, dessen Eigentümer offenbar nur aus unmenschlichen und sozialschädlichen Motiven handeln können.” appelliert Meyer an die Öffentlichkeit.



Die obenstehende Presseerklärung kann hier herunter geladen werden:

Presseerklaerung_50_Millionen_Offerte_08_05_2008.pdf (230kB)

Contergan-Opfer gründen internationale Allianz
für Kampagne gegen Grünenthal



Einladung zur Pressekonferenz


Am Wochenende des 5.01 und 6.01.2008 gründen Conterganopfer eine internationale Allianz für eine Kampagne gegen Grünenthal.

Ziel der Kampagne ist es, Schadensersatz in Milliardenhöhe einzufordern.

Die Bündnis wird sich voraussichtlich zusammen setzen aus nationalen Contergan/Thalidomid-Verbänden Kanadas, Großbritanniens und Schwedens sowie mehreren Conterganverbänden in Deutschland. Hinzu kommen noch viele bisher nicht organisierte Betroffene. Mit dabei sind die britischen „Thalidomiders“ Guy Tweedy und Nick Dobrik, die schon dem britischen Diageo-Konzern gerechtere Versorgungsleistungen abgerungen haben.

Die anstehende Kampagne wird auch von US-Verbraucherschützer und mehrmaligem Präsidentschaftskandidaten Ralph Nader unterstützt, der jüngst Grünenthal in einem ersten Brief zu Gesprächen aufforderte.

Die Pressekonferenz findet statt:

Sonntag, 6. Januar 2008

14,30 Uhr

Hotel am Rhein
Raum „Berzdorf”

Auf dem Rheinberg 2
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Einladung zur Pressekonferenz am 6.01.2008 (37kB)

Contergan

BCG nimmt Gesprächsangebot von Sebastian Wirtz an



Pressemitteilung vom 10.11.2007


Der BCG - Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. nimmt das neuerliche Angebot von Sebastian Wirtz, dem Geschäftsführer der Firma Grünenthal GmbH, mit den Opfern des Conterganskandals sprechen zu wollen, an.

Aufgrund des überwältigenden Echos in der Bevölkerung bezüglich des Contergan-Spielfilms „Contergan - Eine einzige Tablette” und den dazu begleitend ausgestrahlten Dokumentationen und Diskussionsrunden scheint in die Contergansache endlich Bewegung zu kommen.

„Nach fast 40 Jahren entwürdigender Auseinandersetzungen um eine gerechte Entschädigung, die nur dazu führten, dass wir die Opfer der Mäurer & Wirtz- und Dalli-Werke-Tochter Grünenthal GmbH von dieser entrechtet wurden, sehen wir in der Gesprächsbereitschaft von Herrn Sebastian Wirtz eine reelle Chance, den Contergan-Skandal - sowohl für die Firma Grünenthal GmbH als auch uns - zu einem gerechten Ende zu führen.” sagt Andreas Meyer, der 1. Vorsitzende des BCG.

Kritisch wird jedoch vom BCG gesehen, dass Sebastian Wirtz derzeit keine Überlegungen anstellt, eine gerechte Entschädigung zahlen zu wollen.

„Wir hoffen nicht, dass Herr Sebastian Wirtz das Gesprächsangebot lediglich dazu nutzen möchte, das derzeit negative Image Grünenthals und der Familie Wirtz wieder rein zu waschen oder nur Zeit schinden möchte, bis sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bezüglich des Contergan-Skandals wieder gelegt hat.” sagt Michael Rosenberg, der Vermögensverwalter des BCG.

Noch vor kurzem wurde berichtet, dass Sebastian Wirtz zu keinen Gesprächen bereit sei, weil die Debatte um den Contergan-Skandal zu emotional erhitzt sei.

„Gerade die unglaubliche Anteilnahme an das Schicksal der Conterganopfer durch die Allgemeinheit und deren aufrichtiges Rechtsempfinden haben offensichtlich zu der nunmehrigen Gesprächsbereitschaft von Sebastian Wirtz geführt. Daher werden wir unseren Boykottaufruf gegen die Produkte von Mäurer & Witz und der Dalli-Werke solange aufrecht erhalten, bis ein konkretes Ergebnis vorliegt.” sagt Monika Eisenberg, stellvertretende Vorsitzende des BCG.

Der BCG hatte anläßlich des 50. Jahrestages der Markteinführung von Contergan eine Mahnwache vor den Toren Grünenthals abgehalten und dort zu einem allgemeinen Boykott der Mäurer & Wirtz-Produkte „Tabac”, „Nonchalance”, „Tosca” und „4711" sowie der Dalli-Werke-Produkte „Dalli-Waschmittel” und dem bei Aldi erhältlichen Waschmittel „Tandil” aufgerufen.

Täglich gehen beim BCG hunderte von Emails aus der Bevölkerung ein, in denen die Menschen ihre Bereitschaft zum Boykott erklären und nach Produktlisten fragen. Einzelne Bürger wurden selbst aktiv. In einem offenen Internet-Brief an die Aldi-Kette heißt es: „Es wäre bedauerlich, wenn zukünftig Aldi via Tandil mit dem Contergan-Skandal assoziiert werden würde.”

„Diese Resonanz haben wir nicht erwartet. Wir schaffen es nicht mehr, die Flut von Anfragen zu beantworten. Wir werden es aber weiter versuchen. Wir sagen an dieser Stelle schon einmal ein herzliches Dankeschön.” sagt Andreas Meyer, 1. Vorsitzende des BCG.

Als Verhandlungsbasis betrachtet der BCG folgende Punkte:

Eine einmalige oder ratenweise Zahlung von durchschnittlich 1,8 Millionen € für jedes Conterganopfer

oder


1. sofortige Verfünffachung und wirkliche Dynamisierung sowie Weiterführung der Conterganrenten in Form einer Aufstockung des Stiftungskapitals durch die Firma Grünenthal GmbH oder die Errichtung einer gesonderten Stiftung mit den oben genannten Leistungen (die Bundesleistungen durch die Conterganrenten Stiftung könnten damit aufgehoben werden).

2. Überführung der Stiftung in die Selbstverwaltung der Conterganopfer.

3. eine sofortige Einmalzahlung in Höhe von durchschnittlich je mindestens 200.000,-€ für jedes Conterganopfer.

4. Gewährung einer dynamisierten Altersrente ab dem 50. Lebensjahr in Höhe der durchschnittlichen Pension eines Beamten zusätzlich zur obigen Conterganrente z.B. durch Aufnahme der Conterganopfer in die Pensionskassen des Mäurer & Wirtz-Dalli-Werke-Grünenthal-Konsortiums.

5. Unterstützung bzw. Übernahme der Kosten für Hilfsmittel bis zum Lebensende sowie Freistellung der Nachkommen der Geschädigten von Zuschüssen zu den ggf. anfallenden Pflegekosten in Heimen etc.

6. Einbeziehung der bisher nicht abgefundenen Conterganopfer in Spanien, Italien, Frankreich (etwa 200) in das obige Leistungssystem.

7. Abschaffung sämtlicher bürokratischer Hemmnisse im Bereich der verbleibenden Ansprüche gegenüber behördlichen / öffentlichen Leistungen.

8. Weltweite Einstellung sämtlicher Gerichtsverfahren gegen die Ausstrahlung des Conterganfilms „Eine einzige Tablette”.


„Die Grünenthaleigentümer-Familie Wirtz kann den angerichteten Schaden in Höhe von 5 Milliarden € nicht sofort bezahlen. Daher bedarf es eines Maßnahmenbündels um die Situation der Conterganopfer bestmöglich zu verbessern unter Erhaltung des Schädiger - Unternehmens.” sagt Michael Rosenberg, Vermögensverwalter des BCG.



Die obenstehende Presseerklärung kann hier herunter geladen werden:

Pressemitteilung_BCG_gespraechsbereit_10_11_2007.pdf (57kB)

50 Jahre Contergan - Boykottaufruf



Presseerklärung vom 1. Oktober 2007


Sehr verehrte Damen und Herren,

trotz des für uns Conterganopfer wenig erfreulichen Anlasses darf ich Sie alle recht herzlich zur Pressekonferenz des BCG - Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. begrüßen.

Neben einen Rückblick auf die historischen Ereignisse möchten wir gleich kurz auf die schlechte Entschädigungssituation der heute lebenden Betroffenen eingehen. Sodann wollen wir nach englischem Vorbild die Öffentlichkeit zu einen Kaufboykott von Mäurer & Wirtz- sowie Dalli-Werke-Produkten wie z.B. Dalli-Waschmittel, die Parfum und Aftershave-Kollektionen von Tabac, Nonchalance, Tosca und 4711 aufrufen.

Danach stehen wir Ihnen gerne zur Beantwortung Ihrer Fragen zur Verfügung.


Rückblick

In den Jahren 1955 bis 1957 wurde unter der Leitung des Chemikers Dr. Heinrich Mückter bei der Firma Chemie Grünenthal GmbH in Stolberg die Substanz N-Phthalyglutaminsäure-imid entwickelt.

Diese neue Substanz erhielt die Bezeichnung Thalidomid und bildete die Grundlage des ab 1. Oktober 1957 in den Handel gebrachten Schlaf- und Beruhigungsmittels Contergan.

Thalidomid wurde ferner den Präparaten Grippex und Algosediv beigefügt. Im Ausland erfolgte der Verkauf entweder im Rahmen des Exportgeschäfts oder aufgrund von Lizenzen, die Grünenthal an ausländische Firmen vergab.

Grünenthal verkaufte Contergan, ohne es ordnungsgemäß geprüft zu haben, und behauptete, es sei vollkommen ungefährlich, ohne dabei die Einnahme während der Schwangerschaft auszuschließen.

Grünenthal hatte Contergan weiter verkauft, als tausende Meldungen bei ihr eingingen, die über Gesundheitsschäden durch dessen Einnahme berichteten.

Grünenthal verkaufte Contergan selbst dann noch weiter, als ihr gleichzeitig von einem deutschen und einem australischen Arzt berichtet wurde, daß Contergan in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft schwerste Mißbildungen bei ungeborenen Kindern verursachen würde.

Einer Beantragung der Rezeptpflicht für Contergan hat Grünenthal sich ebenso stets widersetzt wie der von vielen Experten geforderten Rücknahme aus dem Handel.

Anstatt dessen versuchte Grünenthal warnende Ärzte einzuschüchtern oder durch Einflußnahme auf die Redaktionen von wissenschaftlichen Zeitschriften Veröffentlichungen zu verhindern, die über fundierte Ergebnisse von Untersuchungen über die Schädlichkeit des Contergan berichteten.

Hierdurch hat Grünenthal Mißbildungen bei weltweit 10.000, in Deutschland 7000 Kindern an Armen und Beinen, Augen und Ohren, inneren Organen und Genitalien verursacht, die so schwer waren, dass in Deutschland ca. 4000 von ihnen ihre Körper- und Gesundheitsschäden nicht überlebten. Weniger bekannt ist, daß Grünenthal hierdurch auch bei tausenden Menschen äußerst schmerzhafte und irreparable Nervenschäden verursachte, die nach längerem Contergan-Gebrauch, der von Grünenthal selbst empfohlen wurde, auftraten.

Erst nach dem die Öffentlichkeit durch einen Zeitungsartikel in der "Welt am Sonntag" vom 26. November 1961 unterrichtet wurde, zog Grünenthal Contergan aus dem Handel.

Am 18. Januar 1968 wurde das Hauptverfahren vor der Strafkammer des Landgerichts Aachen gegen die verantwortlichen Leiter und Angestellten Grünenthals eröffnet.

Durch ihre teuer bezahlte Lobby nahm Grünenthal Einfluß auf das Strafverfahren.

So hatte Grünenthal während des Strafprozesses zugegeben, die Presse manipuliert zu haben, um der Öffentlichkeit die tatsächlichen und für sie vernichtenden Ergebnisse der Beweisaufnahme zu verheimlichen.

Der ehemalige Justizminister des Landes NRW Neuberger (SPD), dessen Anwaltssozietät einen der Grünenthalverantwortlichen vertrat, wurde in seiner Eigenschaft als oberster Dienstherr der Staatsanwaltschaft während des Strafprozesses zugunsten Grünenthals tätig und nahm maßgeblich Einfluß auf das Verfahren.

Am 242. Verhandlungstag des Conterganstrafprozesses muâten die Vertreter der Nebenkläger gegen den beisitzenden Richter, dem Landgerichtsdirektor Melster, einen Befangenheitsantrag stellen, weil dieser bei einem heimlichen Gespräch mit einem Verteidiger der Grünenthalverantwortlichen gesehen wurde. Als sich auch die Staatsanwaltschaft außerstande sah, dem Ablehnungsantrag entgegenzutreten, erklärte sich der betreffende Richter selbst für befangen und schied so aus dem Verfahren aus.

Am 18. Dezember 1970 wurde das Strafverfahren gegen die Grünenthalverantwortlichen wegen Geringfügigkeit eingestellt.


Neben dem Ausgang des Strafprozeßes gab es in der Historie des Conterganskandals drei Vorkommnisse, von denen
die Grünenthaleigentümer-Familie Wirtz jedesmal profitieren konnte:


Der Vergleich

Als erstes zu nennen wäre hier der am 10. April 1970 geschlossene Vergleich.

Mit diesem Vergleich wurden die ursprünglichen Schadensersatzansprüche in Höhe von 10 Milliarden DM auf 100 Millionen DM reduziert.

Denn unsere Eltern mußten auf die Ursprungsansprüche verzichten, um die 100 Millionen DM aus dem Vergleich zu erhalten.

Der Vergleich kam nur zustande, weil unsere Eltern in einer Notlage standen:

Sie brauchten dringend Geld, um unsere Versorgung sicher zu stellen.

Die Durchsetzung der regulären Schadensersatzansprüche auf dem Zivilrechtswege hätte bei Ausschöpfung sämtlicher Instanzen etwa 12 Jahre gedauert. Dies war ein zu langer Zeitraum. Denn die Geldmittel wurden sofort benötigt.

Zudem hätte jedes Elternpaar für sein contergangeschädigtes Kind über diesen Zeitraum hinweg das gesamte Prozeßrisiko alleine tragen müssen, was bei der ohnehin schon angeschlagenen finanziellen Situation der Eltern unmöglich gewesen wäre.

Dennoch läßt die Familie Wirtz auf der Internet-Seite der Firma Grünenthal und in ihren Presseerklärungen immer wieder verlautbaren, die 100 Millionen DM Summe des Vergleichs hätte „über dem Betrag” gelegen, „den neutrale Sachverständige damals als maximal wirtschaftliche Belastung für Grünenthal ansahen”.

Derartige Verlautbarungen sind für uns nichts anderes als schäbige und subtil gestreute Beschönigungen, die Grünenthal vom Täter in das Licht eines Wohltäters rücken sollen, der angeblich bis zum Äußersten gegangen ist, um den angerichteten Schaden wieder gut zu machen.

Die maximalen wirtschaftlichen Belastungen, unter denen unsere Eltern zum damaligen Zeitpunkt standen, und die wirtschaftlichen Belastungen, die unsere Eltern im Rahmen des Vergleichs durch den Verzicht auf die Ursprungsschadensersatzansprüche auf sich nahmen, werden gemäß der Wirtz´schen Familientradition Verleugnen, Lügen und Schönreden geflissentlich übergangen.

Verschwiegen wird von der Familie Wirtz dabei auch, dass bei einer Durchsetzung der ursprünglichen Schadensersatzansprüche in Höhe von 10 Milliarden DM nicht nur Grünenthal sondern auch das restliche Firmenkonsortium wie die Firma Mäurer & Wirtz und die Dalli-Werke wirtschaftlich hätte einbezogen werden müssen.


Die Stiftungslösung

Mit der Errichtung der Stiftung „Hilfswerk für behinderte Kinder”, heute „Conterganstiftung für behinderte Menschen”, wurde ein weiteres Instrumentarium geschaffen, um seitens der Conterganopfer eine weitere Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen zugunsten der Familie Wirtz nachhaltig zu verhindern.

Vordergründig wurde das Stiftungsgesetz entworfen, um lebenslange Renten und einmalige Kapitalabfindungen an uns Betroffenen auszuzahlen.

Aber das Stiftungsgesetz enthielt in seinem § 23 eine Bestimmung, die jegliche Geltendmachung von weiteren Schadensersatzansprüchen - auch die der Folgeschäden - durch uns Contergangeschädigte gegen Grünenthal für immer gesetzlich ausschloß.

Die Familie Wirtz verfolgte das Interesse, diesen § 23 mit dem Inkrafttreten des Stiftungsgesetz ins Leben zu rufen, um für alle Zeiten zu verhindern, dass wir Grünenthal für unsere Folgeschäden regreßpflichtig machen können.

Bei den Folgeschäden handelt es sich um zusätzliche - verschleißbedingte - Gesundheitsschäden, die häufig sogar schwerer sind als die Ursprungsschäden selbst, weil sie im Gegensatz zu den Ursprungsschäden äußerst schmerzhaft sind.

Das Stiftungsgesetz konnte nach seinem § 29 nur in Kraft treten, wenn unsere Eltern zustimmten, die 100 Millionen DM des Vergleiches plus Zinsen der Stiftung in vollem Umfange zur Verfügung zu stellen.

Die Familie Wirtz mußte aber befürchten, dass unsere Eltern ihre Zustimmung nicht abgeben würden, weil der Elternanwalt und Treuhänder des Vergleichs Dr. Dr. Rupert Schreiber unsere Eltern vor den Nachteilen der Stiftungslösung warnte.

Um einem Negativvotum unserer Eltern gegen die Stiftungslösung zuvor zu kommen, überraschte die Familie Wirtz die Öffentlichkeit mit der Nachricht, die Firma Grünenthal würde über den Vergleich hinaus weitere 100 Millionen DM plus Zinsen zum Inkrafttreten des Stiftungsgesetzes zur Verfügung stellen.

Kurz darauf wurde das Inkrafttreten des Stiftungsgesetzes am 31. Oktober 1972 im Bundesgesetzblatt bekannt gegeben.

In den folgenden Jahren überzog die Familie Wirtz den Treuhänder des Vergleichs über die Firma Grünenthal mit einer Vielzahl von Prozessen.

Das Ergebnis dieser Prozesse war, dass wir unsere 100 Millionen DM des Vergleichs an die Stiftung auszahlen mußten.

Auf der Internetseite der Firma Grünenthal verbreitet die Familie Wirtz dagegen die dreiste Lüge, die Firma Grünenthal hätte die 100 Millionen DM des Vergleichs in die Stiftung eingezahlt.

Als besonders perfide empfinden wir es, dass sich die Familie Wirtz gegenüber uns Conterganopfern zudem auch noch als Wohltäter feiert, wenn die Stiftung auf derselben Internetseite unter der Rubrik soziales Engagement der Firma Grünenthal aufgeführt wird.


Die Instrumentalisierung des Bundesverbandes

Das Stiftungsgesetz wäre wohl nie in der damaligen Fassung in Kraft getreten, wenn es der Familie Wirtz nicht gelungen wäre, über den Leiter der Rechtsabteilung Grünenthals Herbert Wartensleben die Funktionäre des Bundesverbandes der Eltern körpergeschädigter Kinder e.V. (heute: Bundesverband Contergangeschädigter e.V.) auf die Interessen Grünenthals einzuschwören.

Der Name Herbert Wartensleben dürfte denjenigen näher bekannt sein, welche die Berichterstattung über die Auseinandersetzungen um den Conterganspielfilm „Eine einzige Tablette” genauer verfolgt haben.

Der Spiegel berichtete, dass der Seite an Seite mit Grünenthal gegen den Film klagende und frühere Nebenklagevertreter der Eltern im Conterganstrafprozeß, Karl-Hermann Schulte-Hillen, seit der damaligen Zeit mit Herrn Wartensleben eng befreundet ist.

Herr Schulte-Hillen war Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Bundesverbandes, bis er über einen Finanzskandal stolperte und nicht mehr wieder gewählt wurde.

Die Freundschaft zwischen Herrn Schulte-Hillen, dem Grünenthalanwalt Wartensleben und dann auch dem späteren Bundesverbandsvorsitzenden Hans-Helmut Schleifenbaum wurde insbesondere zu einem Zeitpunkt gepflegt, als Grünenthal den Elternanwalt Dr. Dr. Rupert Schreiber auf Herausgabe unserer Vergleichsmillionen verklagte.

Aufgabe von Schulte-Hillen, Wartensleben und Schleifenbaum war es, den Opferanwalt Dr. Dr. Rupert Schreiber zugunsten Grünenthals in der Elternschaft zu diskreditieren und auszuschalten. Dabei ging man so weit, die Eltern in Rundschreiben aufzufordern, dem Opferanwalt Schreiber das Treuhandmandat zu entziehen, um die Gesamttreuhänderschaft über die Vergleichsmillionen auf zwei Grünenthalanwälte zu übertragen.

Nach dem Inkrafttreten des Stiftungsgesetzes erhielten die Herren Wartensleben und Schulte-Hillen je einen Vorsitzposten in den Kommissionen der Stiftung. Der Bundesverbandsvorsitzende Schleifenbaum kam in den Stiftungsvorstand.

Seit dieser Zeit wurde und wird im Bundesverband jedes von den Contergan-Opfern ausgehende, schon nur grünenthal-kritische Engagement immer wieder unterbunden. Und bis heute werden im Bundesverband Betroffene abgewiesen, entmutigt, ausgegrenzt, diffamiert und zu Delinquenten gemacht, wenn sie diese Zustände kritisieren oder sich für die Durchsetzung einer besseren Entschädigung engagieren.

Indem die Familie Wirtz die Funktionäre des Bundesverbandes auf sich einschwor, sollte auch noch die einzige Interessenvertretung der Contergan-Opfer dazu instrumentalisiert werden, die von ihr zu vertretenden Geschädigten für alle Zeit daran zu hindern, jemals weitere Entschädigungsansprüche oder überhaupt eine gerechtere Entschädigung von der Firma Grünenthal einzufordern.


Entschädigungssituation der Conterganopfer heute

Sowohl der Vergleich als auch die Leistungen der Conterganrentenstiftung mit ihrer monatlichen Höchstrente von 545,- € berücksichtigen in keinster Weise die schadensbedingte Lebenssituation der Betroffenen - und schon gar nicht deren vorhandene Folgeschäden.

Die Entschädigung der Conterganopfer ist aus heutiger Sicht der Opfer mehr denn je als eine "billige Abfindung" im Verhältnis zum entstandenen und noch laufend entstehenden Schadens zu bezeichnen.

Die sogenannte Conterganrente, die den Opfern aus der heutigen "Conterganstiftung für behinderte Menschen" zukommt, kann in keinem Fall als "gerecht" bezeichnet werden.

Sie ist allenfalls als eine erste Entschädigungsrate zu betrachten, die nicht einmal die Mehraufwendungen des täglichen Lebens deckt, die durch die Behinderungen verursacht werden.

Die heute auftretenden Nachteile der Geschädigten äußern sich wie folgt:

... gesundheitliche Folgeschäden an den Gelenken, aber auch an den Organen

... Schmerzen und Therapiebedarf, der mit zeitlichem und finanziellem Aufwand verbunden ist

... frühzeitiger Verlust der körperlichen Beweglichkeit und Eigenständigkeit (Mobilität)

... überdurchschnittlich häufige Frühverrentungen aufgrund der Folgeschäden

... zu erwartende Frühverrentung fast aller Betroffenen vor Ablauf des regulären Arbeitslebens

... kein finanzieller Ausgleich im Falle der Frühverrentung

... Verlust des sozialen Status, oder auch die berechtigte Angst vor diesem Verlust

... keine Arbeit bedeutet "keine Unterstützung für KFZ-Umbauten" und andere benötigte Hilfsmittel

... in vielen Fällen gab es überhaupt keinen Einstieg ins Berufsleben, weil die Betroffenen von Anfang an erwerbsunfähig waren

... usw.


Gründung des BCG

Aufgrund des rücksichtslosen Vorgehens der Wirtzfamilie in den letzten 50 Jahren haben wir uns am 4. Dezember 2005 zum BCG - Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. zusammengeschlossen.

Wir sahen die Notwendigkeit, mit dem BCG eine neue Bundesorganisation für Contergangeschädigte zu schaffen, die im Gegensatz zum Bundesverband Contergangeschädigter e.V. frei und unabhängig von der Einflußnahme seitens der Conterganherstellerfirma Grünenthal GmbH, der Eigentümerfamilie Wirtz sowie deren willfährigen Handlangern die Interessen der Conterganopfer bundesweit vertritt.

Dringlichstes Ziel des BCG ist es, den contergangeschädigten Betroffenen ein selbstbestimmtes und emanzipiertes Leben in Menschsein und Würde zu erhalten und ermöglichen.

Daher setzt sich der BCG mit medienwirksamen Maßnahmen dafür ein, dass die Firma Grünenthal GmbH alle Schäden mit samt ihren Folgewirkungen für die Lebenssituation der Contergangeschädigten ersetzt.

Der BCG leistet zudem individuelle Hilfe zur Selbsthilfe bei allen pädagogischen, psychologischen, medizinischen, alters- sowie pflegebedingten, sozialen und beruflichen Belangen der vertretenen Betroffenen zur Rehabilitation, Integration und gleichberechtigten Teilhabe an und in der gesellschaftlichen Lebenswirklichkeit.

Der BCG ist Ansprechpartner für die Medien, die Bundesregierung, die dafür zuständigen Ministerien, Verwaltungen und Behörden zu allen Themen rund um den Wirkstoff Thalidomid. Der BCG nimmt zu allen Themen rund um den Wirkstoff Thalidomid öffentlich Stellung.


Aufruf zum Boykott

Nach nunmehr 50 Jahren seit der Einbringung von Contergan und anderer thalidomidhaltiger Präparate in den Handel durch das Verursacherunternehmen Grünenthal GmbH der Familie Wirtz in Stolberg bei Aachen;

Nach fast 40 Jahren entwürdigender Auseinandersetzungen um eine gerechte Entschädigung, die nur dazu führten, dass wir die Opfer der Mäurer & Wirtz- und Dalli-Werke-Tochter Grünenthal GmbH von dieser entrechtet wurden;

Nach mehr als 30 Jahren unter dem erdrückenden Joch einer seit ihrer Gründung immer wieder korruptionszerfressenen Bundesorganisation für Contergangeschädigte, deren scheinbar einziger Zweck es durch beständige Kumpanei mit den Schädigern seit 1972 ist, die von ihr zu vertretenden Geschädigten daran zu hindern, ihre Rechte gegenüber der Firma Grünenthal GmbH erfolgreich durchzusetzen;

Nach Feststellung des sozialen, psychischen und physischen Elends, welches die heutige Entschädigungssituation bei vielen Opfern hinterlassen hat;

Nach der unausweichlichen Erkenntnis, dass das Kalkül der Eigentümerfamilie Wirtz des Schädigerunternehmens Grünenthal GmbH ganz offensichtlich von Anfang an darauf gerichtet gewesen ist, den Conterganskandal sich durch das natürliche Ableben der immer älter werdenden Opfer von selbst erledigen zu lassen und einige der Opfer bereits verstorben sind;

Nach eingehender Prüfung unseres eigenen Gewissens und nach unserem aufrichtigsten Gerechtigkeitsempfinden, nach allen zu berücksichtigenden Kriterien der Vernunft, allem, was Menschlichkeit ausmacht und aus dem tiefsten Gefühl der Solidarität mit unseren Mitbetroffenen

rufen wir nunmehr auf zum

Boykott von Produkten von Mäurer & Wirtz sowie der Dalli-Werke.


Diese Firmen gehören den Grünenthaleigentümern, der Familie Wirtz.

Die gesamte Schadensabwicklung im Conterganskandal diente nur dazu, die Grünenthaleigentümer-Familie Wirtz hinsichtlich des angerichteten Gesamtschadens (ca. 5 Milliarden €) zu verschonen und uns Conterganopfer auf unsere Gesundheitsschäden sitzen zu lassen.

Daher sind für uns die bisherigen Entschädigungslösungen nichtig und wir fordern mit dem Aufruf zum Kaufboykott unsere Ursprungsansprüche wieder ein.

Die Familie Wirtz haftet demnach mit ihrem gesamten Firmenkonsortium.

Durch den Kaufboykott wollen wir Druck auf die Familie Wirtz ausüben und diese dazu bewegen, sich nach 50 Jahren endlich ihrer Verantwortung zu stellen.

Wir möchten, dass uns die Familie Wirtz ein Angebot unterbreitet, dass wir nicht ablehnen können.

Mit dem Aufruf zum Kaufboykott vertrauen wir auf das natürliche Gerechtigkeitsempfinden der Allgemeinheit und fordern jeden aufrichtigen Staatsbürger dazu auf, uns mit dem Boykott zu unterstützen.

Unterstützen Sie uns mit einem Kaufboykott der Produkte von Mäurer & Wirtz und der Dalli-Werke.

Kaufen Sie nicht mehr Dalli-Waschmittel, die Parfum und Aftershave-Kollektionen von Tabac, Nonchalance, Tosca
und 4711.

Für diese Produkte gibt es im Handel genügend andere Produkte, auf die Sie ausweichen können.

Achten Sie beim Einkauf auf weitere Produkte dieser Firmen.

Wir werden bald weitere Produkte bekannt geben, die Sie boykottieren können.

Hören Sie erst mit dem Kaufboykott auf, wenn wir das öffentlich bekannt geben.

Auch Sie als Steuerzahler sind ein Opfer des Contergan-Skandals.

Denn die Renten und Sozialleistungen, von denen wir leben müssen, zahlt die Allgemeinheit.

Nur einen Bruchteil hiervon zahlte die Firma Grünenthal.

Sorgen Sie mit Ihrem Kaufboykott dafür, dass in Deutschland zukünftig wieder die Verursacher eines Arzneimittelskandals und nicht Sie als steuerzahlender Bürger die Hauptschadenslast tragen.

Lassen Sie uns gemeinsam ein Exempel statuieren, das Schule macht und andere Opfer von Arzneimittelskandalen dazu einlädt, um ihre Rechte zu kämpfen und diese erfolgreich durch zu setzen.

Denn Medikamente braucht jeder von uns.

Auch Sie können morgen schon das Opfer eines mangelhaften Medikamentes werden.

Nur dann, wenn die schwarzen Schafe unter den ansonsten redlichen Medikamenten-Herstellern empfindlich wirtschaftliche Konsequenzen für ihr unredliches Handeln befürchten müssen, kann ein weiterer Contergan-Skandal verhindert werden.

Machen Sie mit.

Schaffen Sie mit uns ein Stück Gerechtigkeit.

Es geht um Ihre Gesundheit und die Gesundheit Ihrer Kinder.




Die obenstehende Presseerklärung kann hier herunter geladen werden:

Presseerklaerung_50_Jahre_Contergan_Mahnwache_01_10_2007.pdf (89kB)

50 Jahre Contergan - Mahnwache vor Grünenthal

Pressemitteilung - Einladung zur Pressekonferenz vom 25.09.2007


Am 1. Oktober 1957 brachte die Firma Grünenthal GmbH Contergan und andere thalidomidhaltige Präparate in den Handel.

Anläßlich des 50. Jahrestages dieses Ereignisses wird der BCG - Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. in der Nacht vom 30. September auf dem 1. Oktober 2007 vor den Toren Grünenthals bzw. der Mäurer & Wirtz- und Dalli-Werke die ganze Nacht hindurch eine Mahnwache abhalten.

Der BCG möchte mit der Mahnwache an das rücksichtslose Vorgehen Grünenthals erinnern und der 4000 in der Vergangenheit geschädigten und dabei umgekommenen Menschen gedenken. Geplant ist, aus roten Grablichtern den Schriftzug “Contergan” zu ziehen und um 0 Uhr neben einer kurzen Ansprache für die Verstorbenen weiße Blumen und Kränze vor den Werkseinfahrten niederzulegen.

Des weiteren findet um ca. 1 Uhr bzw. 1 Uhr 30 eine Pressekonferenz statt. Auf der Pressekonferenz möchte sich der BCG der Öffentlichkeit als neue Bundesorganisation für die Conterganopfer vorstellen und auch auf die historischen Ereignisse sowie die schlechte Entschädigungssituation der heute lebenden Betroffenen eingehen. Zudem wird der BCG nach englischem Vorbild die Öffentlichkeit zu einen Kaufboykott von Mäurer & Wirtz- sowie Dalli-Werke-Produkten wie z.B. Dalli-Waschmittel, die Parfum und Aftershave-Kollektionen von Tabac, Nonchalance, Tosca und 4711 aufrufen.

Das Firmenkonsortium Mäurer & Wirtz und die Dalli-Werke gehört den Grünenthaleigentümern, der Familie Wirtz. Nach Auffassung des BCG diente die gesamte Schadensabwicklung im Conterganfall nur dazu, die Familie Wirtz hinsichtlich des angerichteten Gesamtschadens (ca. 5 Milliarden €) zu verschonen und die Schadenslast auf die Conterganopfer abzuwälzen. Daher sind für den BCG die bisherigen Entschädigungslösungen nichtig. Der BCG fordert mit dem Aufruf zum Kaufboykott die Ursprungsansprüche wieder ein. Demnach hat die Familie Wirtz mit ihrem gesamten Firmenkonsortium für die Conterganschäden zu haften.

Um den Kaufboykottaufruf zu unterstreichen, hat der BCG am 1. Oktober 2007 noch eine medienwirksame Überraschungsaktion geplant, deren Durchführbarkeit aber noch von einigen Prämissen abhängt. Ob die Überraschungsaktion umgesetzt werden kann, wird auf der Pressekonferenz im Rahmen der Mahnwache bekannt gegeben. Für den Fall der Durchführbarkeit lädt der BCG die Medien aber schon jetzt dazu ein, sich am 1. Oktober 2007 nochmals bis spätestens um 9 Uhr in Stolberg vor den Toren Grünenthals einzufinden.



Programmablauf Mahnwache



Datum:

Sonntag, der 30. September 2007


Versammlungsort:

Firma Grünenthal, Werksteil 2, Zweifaller Straße 112, 52224 Stolberg


20,00 Uhr

Ankunft der ersten Teilnehmer


22,00 Uhr

Ziehen des Schriftzuges „Contergan” aus roten Grablichtern


0,00 Uhr

Ansprache sowie Blumen- und Kranzniederlegung


ca. 1 Uhr o. 1 Uhr 30

Pressekonferenz


ca. 2 Uhr o. 2 Uhr 30

Fortsetzung der Mahnwache die ganze Nacht hindurch



Programmablauf Überraschungsaktion



Datum:

Montag, der 1. Oktober 2007


Versammlungsort:

Firma Grünenthal, Werksteil 2, Zweifaller Straße 112, 52224 Stolberg


9,00 Uhr

Überraschungsaktion




Die obenstehende Presseerklärung kann hier herunter geladen werden:

Pressemitteilung_50_Jahre_Contergan_Mahnwache_25_09_2007.pdf (276kB)



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